Buchvorstellung:

Heilig - Römisch - Deutsch. Das Reich im mittelalterlichen Europa


 

Vor 200 Jahren ging mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein Staatengebilde unter, das über die erstaunliche Kontinuität von über 800 Jahren wesentlichen Anteil an der geschichtlichen Entwicklung Europas hatte.

Aus diesem Anlass richten das Kulturhistorische Museum Magdeburg und das Deutsche Historische Museum Berlin vom

28. August bis 10. Dezember 2006

die 29. Ausstellung des Euoparates "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 - 1806" aus. In Magdeburg wird der erste Abschnitt "Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters" zu sehen sein; Berlin zeigt die Neuzeit.

 


 

Knapp acht Monate vor Eröffnung der Ausstellung stimmt nun eine wissenschaftliche Publikation die interessierte Öffentlichkeit auf das mittelalterliche Reich ein:

Unter dem Titel "Heilig-Römisch-Deutsch. Das Reich im mittelalterlichen Europa" geben die beiden Heidelberger Professoren Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter ein Standardwerk heraus, das das mittelalterliche Reich als Raum von Begegnung, Kommunikation, Leben, Denken, Kunst, Kultur, Sprache, Religionen, Literatur, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mitten in Europa charakterisiert. Zwanzig Experten, darunter die besten Sachkenner der Geschichte, Kunstgeschichte, Sprach- und Literaturwissenschaft, referieren die neusten Erkenntnisse der Forschung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation im Mittelalter. Im ersten Jahrzehtn des neuen Jahrtausends wagen die Autoren vorurteilsfreie Blicke auf die deutsche und europäische Vergangenheit. Statt nationaler Begrenzungen werden nun europäische Verflechtungen diskutiert und deutlich gemacht.

Das Buch geht auf eine gleichnamige internationale Tagung zurück, die im Mai 2004 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg stattfand. Der Sandsteinverlag in Dresden bietet dieses Buch bis 30. Juni 2006 für den sehr günstigen Subskriptionspreis von 20 Euro an; anschließend kostet das Buch 25 Euro. Die leinengebundenen Buchhandelsausgabe ist für 50 Euro erhältlich.


 
Von Otto dem Grossen

bis zum Ausgang des Mittelalters

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Es war ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung, als Otto der Große am 2. Februar 962 in Rom gemeinsam mit seiner Gattin Adelheit vor den Altar über dem Petrusgrab trat, um vom Papst selbst die Krone des Reiches zu empfangen.

Mit dieser Kaiserkrönung setzte Otto der Große die Tradition Kaiser Karls des Großen fort, der im Jahre 800 durch seine Krönung die Idee des untergegangenen römischen Imperiums der Antike mit dem Reich nördlich der Alpen verbunden hatte.

Für Otto den Großen bedeutete der Gewinn des Kaisertitels im Wesentlichen eine Rangerhöhung, die seiner bereits errungenen Macht nördlich und südlich der Alpen entsprach.

Rückblickend wird dieser Kaiserkrönung noch weitaus größere Bedeutung zugemessen. Sie gilt heute als eine Art "Gründungsakt" eines Staatengebildes, das über die ganz erstaunliche Kontinuität von über 800 Jahren Bestand hatte und die Geschehnisse in Europa maßgeblich bestimmte: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

 

Liuthar-Evangeliar

Thronbild Kaiser Ottos III., um 1000

 

Sog. Barbarossakopf

3. Viertel 12. Jhd.

In Magdeburg, der Stadt Kaiser Ottos des Großen, wird vom 28. August bis 10. Dezember 2006 als Landesausstellung Sachsen-Anhalt der erste Teil der Ausstellung

"Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806" unter dem Titel " Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters" gezeigt werden.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin bietet während der gleichen Laufzeit die Fortsetzung "Altes Reich und neue Staaten 1495-1806.

 

Anlass für die Doppelausstellung ist der 200. Jahrestag des Endes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dieses ging mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806 unter.

Schirmherr der Ausstellung ist der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Fast vierzig Kaiser und Könige bestimmten über die mittelalterlichen Jahrhunderte von 962 bis 1500 die Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Mit diesen Herrschern sind einzigartige Kunstwerke, große Ereignisse, wegweisende Entwicklungen und bedeutende Errungenschaften verbunden. Wertvolle Skulpturen in Gold und Silber, prächtige Bildhandschriften, edelsteinbesetzter Schmuck, kunstvoll bestickte Textilien oder sakrale Gegenstände berichten ebenso von der Geschichte des Reiches wie Gemälde, Rüstungen, Graphiken, Münzen, Urkunden oder Siegel.

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Im Umfeld der Könige und Kaiser entstanden kostbare Elfenbeinschnitzereien, hochrangige Werke der Dichtkunst oder faszinierende Herrschaftszeichen, die uns heute umfassende Eindrücke vom Mittelalter vermitteln. Doch nicht nur die Herrscher, auch Bischöfe und Herzöge, Grafen und Stadtbürger ließen sich kostbare Kunstgegenstände anfertigen, stifteten wertvolle Gaben an Klöster und Kirchen oder waren auf literarischem Gebiet selbst künstlerisch tätig.

Die Ausstellung in Magdeburg wird diesen überlieferten Reichtum des Mittelalters zeigen, bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte näher vorstellen und die Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in ihrem chronologischen Fortgang erzählen.

 

Türzieher vom Hauptportal des Lübecker Rathauses

Mitte 14. Jhd.


Informationen:

Kunsthistorisches Museum Magdeburg, Organisationsbüro, Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg

Tel. +49(0)391/535 48-0, Fax: +49(0)391/535 48-24, eMail: info@dasheiligereich.de

Internet unter: http://www.dasheiligereich.de

Öffnungszeiten: 28. August - 10. Dezember 2006, täglich 10 - 19 Uhr

 

Informationen zum Berliner Ausstellungsteil:

Deutsches Historisches Museum Berlin, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

Tel. +49(0)30/20304-0, Fax: +49(0)30/20304-543, eMail: goetzmann@dhm.de


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