Franken feiern sich
selbst
02. Juli 2006
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Für eingefleischte Franken geht
ein großer Wunsch in Erfüllung:
Am Sonntag feiern die drei
fränkischen Bezirke in Nürnberg den "Tag der Franken". Auf dem ersten
rot-weißen Feiertag präsentieren Vereine und Verbände auf dem Gelände
der Landesausstellung "200 Jahre Franken in Bayern" Trachten, Volksmusik
und Mundart - und zeigen wie schön Franken ist, vor allem als Urlaubs-
und Wanderregion. |
Der 2. Juli wurde dabei ganz bewusst gewählt: Vor
über 500 Jahren, am 2. Juli 1500, wurde auf dem Reichstag von Augsburg der
Fränkische Reichskreis beschlossen. Erst 1806, mit der Einverleibung Frankens
durch die Bayern, hatte diese Unabhängigkeit ihr Ende. Seitdem kämpft Franken
zuweilen um sein Selbstbewusstsein und fürchtet, nicht immer ausreichend
wahrgenommen zu werden.
Da tut ein solcher Feiertag im Zeichen des
Frankenrechens ganz gut: "Dieser Tag soll die vielgestaltige Geschichte Frankens
deutlich machen und das Bewusstsein für die Entwicklungskraft und das
Innovationspotential Frankens stärken", erklärt Mittelfrankens
Regierungspräsident Karl Inhofer.
Festakt und fränkisches Kulturprogramm
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Liebevoll gepflegte Aversion |
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| "Es
ist nicht zuletzt unsere inzwischen
unentbehrliche und liebevoll gepflegte Aversion
gegen Bayern, die ein unverzichtbarer Teil der
Identifikation der Franken mit ihrem Land
geworden ist." Mittelfrankens
Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU). |
Das Programm sieht einen offiziellen
Festakt vor, bei dem unter anderen der Nürnberger
Landtagsabgeordnete und bayerische Innenminister Günther
Beckstein spricht. Darüber hinaus zeigen verschiedene
Organisationen viel Fränkisches: von Urlaub in Franken
bis hin zu alten und neuen Trachten. Nachmittags
moderiert BR-Moderator Hansi Würth ein fränkisches
Kulturprogramm. Der Tag endet mit einer
musikalisch-literarischen Reise von Hermann Glaser, dem
früheren Kulturreferenten der Stadt Nürnberg. Unter dem
Motto "Ins Land der Franken fahren" präsentiert er
Geschichten und Landschaften Frankens.
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Initiative aus Oberfranken
Die Idee zu diesem fränkischen Feiertag
stammt übrigens von einem Bürger aus Hof. In seiner
Petition hatte er geschrieben, der "Tag der Franken"
solle "ein Fest, ein Jahrestag der Franken und ein
Schaufenster für die Vereine und das Handwerk werden".
Politiker aller Fraktionen im Landtag begrüßten den
Vorstoß und stimmten schließlich einem entsprechenden
Antrag Mitte Mai zu. Der Frankentag soll künftig im
jährlichen Wechsel in einem der drei fränkischen Bezirke
stattfinden. "Der 'Tag der Franken' wandert 2007 nach
Oberfranken, 2008 findet er in Unterfranken statt und
wenn er zwischenzeitlich nicht verloren geht, ist er
2009 wieder in Mittelfranken", schmunzelt Mittelfrankens
Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU).
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Flagge
zeigen
Die Regierungspräsidenten der drei
Bezirke gaben übrigens den Kommunen die Empfehlung,
neben der bayerischen Flagge zusätzlich oder an Stelle
der Bundesflagge auch die fränkische Fahne mit dem
rot-weißen Rechen zu hissen. Anordnen können sie dies
nicht, die Frankenfahne ist keine offizielle. Dass die
meisten Bürgermeister der Bitte dennoch nachkommen
werden, scheint jedoch sicher.
Infos zum Festprogramm
auf der Landesausstellung in
der Nürnberger Tafelhalle |
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