Observatorium von Ippesheim

Schon vor 7000 Jahren gab es in Franken Himmelsbeobachtungen


Bei der Kreisgrabenanlage im mittelfränkischen Ippesheim wurde herausgefunden, dass die Sonne zur Sommersonnenwende im Nordosttor, zur Wintersonnenwende im Südosttor aufgeht, wenn man als Beobachter genau im Mitttelpunkt der Anlage stand. Zudem ließ sich durch ein kleineres Tor der Sonnenuntergang zur Tag- und Nachtgleiche beobachten.

Dass die Anlage auch einem rituellen Zweck gedient haben könnte, belegt ein spektakulärer Fund aus dem Jahr 2002. Die Kreisgrabenanlage dort ist zugleich die einzige, bei der bis heute in Deutschland überhaupt umfangreiche Ausgrabungen stattfanden. In ihrem Zentrum entdeckten die Archäologen die Reste eines menschlichen Skeletts. Die etwa 30- bis 35-jährige Frau war kopfüber in eine Grube gesteckt worden. Dass es sich bei der Toten nicht um eine gewöhnliche Bestattung gehandelt hat, steht für die Forscher außer Zweifel, denn bei ihr wurde ein Gefäß gefunden, das wegen seiner Verzierung rund 150 Jahre jünger ist als die Anlage und somit eine bedeutende Grabbeigabe sein könnte.


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