Gartenausstellung in Veitshöchheim "Vom Apfel bis zur Zwiebel"

Schlösserverwaltung zeigt Ausstellung historischer Obst- und Gemüsesorten


Die Bayerische Schlösserverwaltung plant für den Herbst eine Ausstellung

historischer Obst- und Gemüsesorten im Hofgarten Veitshöchheim. Unter dem

Titel "Vom Apfel bis zur Zwiebel" zeigt die Gärtenabteilung vom 7. bis 24.

September 2006 im Veitshöchheimer Gewächshaus unter anderem Apfel- und

Birnensorten des 18. Jahrhunderts. Neben den Früchten sind auch mehr als 20

Sorten Kartoffeln ausgestellt, darunter violette, rote und gelbe in den

unterschiedlichsten Formen.


Natürliche Wärme für die kälteempfindlichen Ananaspflanzen

 

Zudem ist in der zweiwöchigen Ausstellung ein Beet mit Ananaspflanzen zu

sehen. Eine Glasscheibe ermöglicht den Blick in den Untergrund des Beets.

Das nach historischem Vorbild angelegte Pflanzenbeet veranschaulicht, wie

man im 17. und 18. Jahrhundert mit Hilfe von Mist und Gerberlohe (gemahlene

Eichenrinde, die früher für das Gerben von Leder verwendet wurde) Wärme

erzeugte, um die kälteempfindlichen Ananaspflanzen gut über den Winter zu

bringen.

 

Das Pflanzensortiment alter herrschaftlicher Küchengärten

 

Neben Äpfeln, Birnen, Kartoffeln und Ananaspflanzen können auch mehrere

Sorten Wurzelgemüse, zahlreiche Zwiebeln und verschiedenste Sorten Bohnen

miteinander verglichen werden. Alte Abbildungen der Früchte machen deutlich,

wie umfangreich das Pflanzensortiment der herrschaftlichen Küchengärten war.

 

Gestreifte Tomaten, Küchenkräuter und Zwergobstbäume in Töpfen

Die Vielfalt der Tomaten - von der erbsengroßen Johannisbeertomate bis hin

zur mehrere hundert Gramm schweren Fleischtomate - bildet einen weiteren

Schwerpunkt der Ausstellung. Darüber hinaus sind auch viele Küchenkräuter zu

sehen, die bereits im 17. Jahrhundert Bestandteil der Nutzgärten waren.

Ergänzt wird die Ausstellung der geernteten Früchte durch die Nutzpflanzen,

die zeitgleich im Küchengarten wachsen.

 

Es ist zudem geplant, wertvolle Zwergobstbäume zu präsentieren. Im 18.

Jahrhundert nannte man diese Form der Obstbaumzucht "Obstorangerie", weil

die kleinen Obstbäume ebenso wie die wesentlich wertvolleren Orangenbäume in

Töpfen und Kübeln angezogen wurden. In voller Blüte oder mit Früchten

behangen dienten sie oftmals zur Dekoration der fürstlichen Tafeln.

 


Der Küchengarten in Veitshöchheim

 

Seit 1997 bauen die Gärtner der Bayerischen Schlösserverwaltung im

ehemaligen Küchengarten des Veitshöchheimer Hofgartens wieder Gemüse an. Der

zur Hälfte bereits wiederhergestellte Küchengarten hat eine Anbaufläche von

etwa 1.300 Quadratmetern. Darüber hinaus wird in den zahllosen

Heckenquartieren des Rokokogartens und an langen Spalierwänden Obst

angebaut. Ein Teil der Obstbäume wird mit freiwachsender Krone gezogen, ein

anderer Teil mit hohlen Kronen, sogenannten Kesselkronen.

 

Heute stehen wieder über 400 Obstbäume im Hofgarten. Der Küchengarten und

die vielen neu gepflanzten Obstbäume verdeutlichen den Besuchern, dass auch

in historischen Lustgärten der Anbau von Obst und Gemüse eine wichtige Rolle

spielte; schließlich musste der herrschaftliche Hof täglich mit

Lebensmitteln versorgt werden.

 

 

Ausstellung: Vom Apfel bis zur Zwiebel

- Ausstellung zur Nutzpflanzenvielfalt im historischen Garten -

Ausstellungsort: Hofgarten Veitshöchheim

Zeitraum: 7. bis 24. September 2006

Öffnungszeiten: täglich 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Eintritt: 2,00 EUR, ermäßigt 1,50 EUR

Kinder und Jugendliche frei


zurück