Die rohen Kartoffelklöße und Franken


 

Die rohen Kartoffelklöße sind der Höhepunkt aller Festlichkeiten in Oberfranken. Kindstaufen, Hochzeiten, Trauerfeiern, Richtfeste sind ohne die Kleeß nicht denkbar.

Die rohen Kartoffelklöße werden als "grüne Klöße" bezeichnet. Das Wort "grün" ergab sich in früheren Zeiten tatsächlich aus der Farbe. Wenn der Kloßteig, der früher geschwefelt wurde, erkaltete, bekam er oft eine dunkelgrüne Farbe. So hat sich der Begriff "grüne Klöße" als Bezeichnung für Klöße aus rohem Kartoffelteig erhalten.

Der erste Kartoffelanbau wurde im Jahre 1647 in Pilgramsreuth bei Rehau durchgeführt. Dabei handelte es sich um den frühesten bisher bekannten "Erdäpfelanbau" in Deutschland. Der Kartoffelanbau breitete sich in der Markgrafschaft Bayreuth bis zu den Regierungszeiten der Markgräfin Wilhelmine immer weiter aus. Im Gegensatz zum Getreide war und ist die Kartoffel weder bei der Aussaat noch vor der Ernte abhängig vom Wetter und der Witterung. Erst mit dem Kartoffelanbau konnten in Europa die Hungersnöte eingedämmt werden. Durch seine Schwester Wilhelmine soll Friedrich der Große auf die nützliche Frucht aus der Bayreuther Markgrafschaft aufmerksam geworden sein. Am 24. März 1756 erließ der Preußenkönig sein berühmtes Kartoffel-Dekret, wonach  "der 15. Teil des Bodens" mit Kartoffeln anzupflanzen sei. Landwirte hätten künftig nicht mehr mit Steuererleichterungen zu rechnen, falls sie nicht Kartoffeln anbauen. Außerdem soll sich Friederich nach diesem Besuch Saatkartoffeln aus Bayreuth kommen haben lassen, um seine Pflanzaktionen zu fördern.

 

Links zu Fränkischen Klößen


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