Ruine Wurzstein

bei Weidenberg/Nähe Bayreuth


 

Bisher war über die Ruine Wurzstein in den Weidenberger Urkunden sehr wenig zu erfahren und die übrig gebliebenen Reste von Fundamenten aus Waldsteinen waren eher spärlich.

Der Historiker Professor Ruprecht Konrad-Röder konnte mit seiner Neuzuordnung einer Urkunde Licht in die Anfänge der Burg Wurzstein bringen. Überraschend ist der Zusammenhang zur bekannten Otnant-Schenkung von 1061.

1069 schenkte König Heinrich IV. Bischof Hermann von Bamberg sein Eigengut Wrzaha im Nordgau in der Grafschaft Heinrichs. Bisher wurde diese Urkunde bezogen auf den Ort Wurz (Gemeinde Püchersreuth) im Landkries Neustadt an der Waldnaab. Gegen diese Lokalisierung spricht, dass es in Wurz keinen nachgewiesenen bischöflich-bambergischen Besitz gibt. Im Umfeld ist kein Königsgut nachgewiesen und der Ort liegt abseits des Goldenen Steigs nach Böhmen.

Für die Lokalisierung Burg Wurzstein im Steinachtal spricht, dass die Burg Wurzstein am Wurzbach liegt. Es gab einen Ort Wurzstein, der nach Weidenberg pfarrte. Der Wurzstein war eine bedeutende Befestigungsanlage des 11. Jahrhunderts und im Umfeld ist Reichsgut nachgewiesen. Die Befestigung liegt an der Grenze im Nordgau und strategisch an einer Altstraße nach Böhmen.

Überraschenderweise ist die beschenkte, in Weidenberg eingesetzte bischöflich-bambergische Ministerialien-Familie als Verwalter des dortigen befestigten Forsthofes gleicher Abstammung mit dem von Heinrich IV. 1061 beschenkten Ornant (Wald, Äcker, Wiesen, ... an der Straße von Eger). Beide Schenkungen zeigen die Politik der Salier in einer Zeit, in der bereits alle Ländereien verteilt waren, die Forste zu sichern und finanziellen Gewinn (Bodenschätze; Zeidlerei - Honig war das Süßungsmittel des Mittelalters) daraus zu ziehen.


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