Das Brunnenhaus von Schillingsfürst
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Nährt man sich von Osten her dem mittelfränkischen Residenzstädtchen Schillingsfürst, so zieht nicht etwa das Schloss der Herren von Hohenlohe-Schillingsfürst die Aufmerksamkeit des Betrachters als erstes auf sich, sondern ein anderes markantes Bauwerk, das mit seinem hochaufragenden Turm zunächst an eine Burganlage erinnert. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Wehr- oder Verteidigungsbau, sondern um das fürstliche Brunnenhaus, das mit seiner erhalten gebliebenen barocken Pumpenanlage ein wohl europaweit einzigartiges technisches Kulturdenkmal darstellt. Für die Unterbringung des 1702 von Löhner konstruierten "Wasser-Wercks" wurde das offenbar bereits bestehende "alte Brunnenhaus", ein eingeschossiger Satteldachbau über massivem Bruchsteinuntergeschoss, umgebaut und wohl auch erweitert. Der für den Wassertransport notwendige Druck sollte mit einer handgeschmiedeten, eisernen Kolbenpumpe erzeugt werden. Da jedoch Wind- oder Wasserkraft für deren Antrieb ausschieden, setzte Löhner auf "Muskelkraft". Er konstruierte eine leicht geneigte, hölzerne Tretscheibe, die täglich zwölf Stunden lang von zwei Ochsen abwechselnd in Gang gehalten wurde. Die Drehung der Scheibe wurde über ein hölzernes Getriebe mit Übersetzung auf eine eiserne Kurbelwelle übertragen, die wiederum die Pleuelstangen der Kolbenpumpe in Bewegung setzte. Während das Untergeschoss des Brunnenhauses die gesamte Technik aufnahm, versahen die Ochsen ihren Dienst im Erdgeschoss. Zudem hatte hier der Brunnenmeister seine Wohnung. Das Ochsentretscheiben-Pumpwerk blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein in Betrieb und wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg von einer elektrischen Pumpe abgelöst. Erfreulicherweise hat sich jedoch die gesamte barocke Tret- und Pumpenanlage bis zum heutigen Tage - funktionstüchtig - erhalten. |
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148.000 Euro für die Instandsetzung des Brunnenhauses Für die Instandsetzung des Brunnenhauses
in Stilzendorf 25 (Stadt Schillingsfürst, Landkreis Ansbach,
Regierungsbezirk Mittelfranken) hat Kunstminister Thomas Goppel für das
Jahr 2006 rund 148.000 Euro aus dem Entschädigungsfonds für
Denkmalpflege bewilligt. Der Entschädigungsfonds wird gemeinsam vom
Freistaat Bayern und den Kommunen getragen. |