Spuren einer Keltensiedlung

in Mistelgau/Nähe Bayreuth entdeckt


Norbert Hübsch vom Historischen Verein für Oberfranken ist bereits seit 25 Jahren auf der Suche nach einer frühen Siedlung. Schließlich mussten die Menschen irgendwo gewohnt haben, nachdem 1989 drei große Grabhügel als Teil eines Friedhofes oberhalb des ehemaligen Ziegeleigeländes entdeckt wurden.

Bei seinen Wanderungen über die Felder bei Mistelgau wurde Herr Hübsch im Januar dieses Jahres fündig. Den Oberflächenfund, eine Hand voll Steine und Scherben, zeigte Herr Hübsch sofort den Mistelgauer Bürgermeister. Das gesamte Gelände wurde abschnittsweise untersucht.  In ausgehobenen kleinen Gruben wurden Scherben von Tongefäßen, Reste von Lehmwänden und Eisenschlacke gefunden. Die jüngsten Grabungen wurden nun auf der gegenüberliegenden Seite der neuen Siedlungsstraße vorgenommen und brachten die Hinweise auf Gebäudestrukturen zutage. Eine Vielzahl von kleinen Gruben wurden vorsichtig ausgehoben. In der Senkrechten sind Bodenverfärbungen festzustellen, das sichtbare gelbliche Material bewiese, dass an diesen Stellen Pfosten eingeschlagen wurden. Es wurden zahlreiche Keramikfunde sowie Tierknochen von Schweinen und Rindern entdeckt. Am bedeutsamsten sind die Reste eines Grenzgrabens. Es wurden Abdrücke von glatten Oberflächen sowie Flechtmaterial für den Hausbau aus Lehm entdeckt.

Die meisten in Mistelgau entdeckten Funde stammen nach Hübsch aus der Hallstattzeit rund 750 bis 450 Jahre vor Christus. Die Keramikstücke sind meist von großen Vorratsgefäßen. Die nachfolgende Zeitphase wird als Früh-La-Tène-Zeit (450 bis etwa 300 v.Chr.) und nachfolgend als Spät-La-Tène-Zeit (etwa 50 v.Chr.) bezeichnet.

Einige Funde sind im Archäologischen Museum in Bayreuth ausgestellt. Eine Kegelhalsschale sowie weitere Funde aus dem Gräberfeld befinden sich auch im Rathaus Mistelgau. 


 

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