"Iech moog fränggisch"
Frankentag 2008 in Miltenberg
Um das fränkische Selbstbewusstsein als Teil der Erfolgsgeschichte Bayerns zu stärken und das bayerische Verständnis für die Landsmannschaft zu fördern, hat der Bayerische Landtag in München im Frühjahr 2006 beschlossen, künftig jährlich einen "Tag der Franken" zu veranstalten. Dieser Tag sei als Schaufenster für die Vereine und das Handwerk gedacht, um unter anderem an das vor etwa 200 Jahren zurückgedrängte fränkische Brauchtum und die Geschichte der drei fränkischen Bezirke zu erinnern.
Tausende Gäste hatten sich am Wochenende in Miltenberg in fränkische "Schale" geschmissen, vornehmlich in rot-weiß. Ob T-Shirts mit Aufschriften wie "Iech moog fränggisch" oder "Frei Statt Bayern" - die Franken zeigten Flagge. Sie präsentierten sich als Mundartartisten, einfallsreiche Trachtenschneider, liebevolle Kunsthandwerker und auch Volkstänzer. Kurioses und Ernstes, Volkstümliches und Kulinarisches - die Miltenberger stellten mit rund 2500 Mitwirkenden ein Programm auf die Beine, das den ersten Frankentagen in Bamberg (2007) und Nürnberg (2006) an Originalität in nichts nachstand.
"Nirgendwo in Deutschland ist die Bindung zur Heimat so fest und so stark wie bei uns in Bayern, nirgendwo ist die Bereitschaft so groß, sich für die Heimat einzusetzen", sagte der Bayerische Ministerpräsident Dr. Beckstein. "In Berlin bin ich Bayer, in Bayern bin ich Franke und in Franken bin ich Mittelfranke." Dies sei kein Widerspruch, sondern passe wunderbar zusammen. Seinen Worten nach ist Bayern so stark wie seine vier Stämme Altbayern, Franken, Schwaben und Sudetendeutsche. Franken leiste dabei einen wichtigen Beitrag zur Erfolgsgeschichte Bayerns.
Den Frankentag feiern die Franken traditionell am 2. Juli. An diesem Tag im Jahr 1500 wurde auf dem Reichstag zu Augsburg das damalige Heilige Römische Reich Deutscher Nationen in Kreise eingeteilt.
Der Reichskreis Nr. 1 hieß ab 1522 "Fränkischer Reichskreis". Am 16. August 1806 wurde der "Fränkische Reichskreis" durch Bayern aufgelöst. Der habe immerhin 306 Jahre existiert. In der Zeit sei der "Grundstein" für das bis heute erhaltenen gebliebene fränkische Gefühl gelegt worden. Doch mit der Ära Napoleons habe sich dann die Rolle Frankens als Kernland des Reiches verflüchtigt. Franken wurde zersplittert, seine einstigen Gebietsteile liegen heute in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. Der größte Teil des Frankenlandes kam zu Bayern.