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Wonsees/Sanspareil
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Die Altstadt
von Bamberg und Regensburg
sind es schon, ebenso die
Klosterinsel
Reichenau,
die
Würzburger Residenz und die
Wieskirche:
UNESCO-Weltkulturerbestätten.
Um die Aufnahme
in die Weltkulturerbeliste
bemüht sich (wie berichtet)
auch Bayreuth. Der
Mann, der
die Anerkennung des „Markgräflichen
Opernhauses
und
Bayreuths der Markgräflichen
Wilhelmine als
Idealwelt einer
Frau
zwischen
Absolutismus und
Aufklärung" maßgeblich vorantreibt, ist Dr. Peter Krückmann
von der Bayerischen Verwaltung
der staatlichen Gärten,
Schlösser und
Seen. Die
Bayerische Rundschau sprach mit dem Museumsdirektor
über die Bayreuther Bewerbung und die Chancen, die sich
dadurch für
Sanspareil ergeben.
Denn der von
Markgräfin Wilhelmine
errichtete Felsengarten
mit
Morgenländischem Bau sowie
Burg Zwernitz würde bei einem erfolgreichen
Abschneiden der
Wagnerstadt als Teil des Erbes
der Markgräfin ebenfalls
Weltkulturerbe. „Für
Sanspareil
und die gesamte Region wäre das
mehr als ein Sechser
im Lotto“, sagt Dr. Krückmann.
Herr Dr. Krückmann: Wann soll
der offizielle Antrag zur Anerkennung
des Markgräflichen Opernhauses
und des Bayreuths der
Markgräfin Wilhelmine in die
Weltkkulturerbeliste erfolgen?
Wir wollen die Bewerbung Ende
2008 einreichen. Bis dahin ist
noch viel Arbeit zu bewältigen.
Sanspareil wird explizit in den
Antrag aufgenommen. Welche
Aufgabe kommt da im Vorfeld auf
den Markt Wonsees zu?
Die Gemeinde hat die Aufgabe,
gemeinsam mit der Schlösserverwaltung
und dem Landkreis einen so genannten Managementplan
zu entwerfen. Wir werden diesbezüglich in den nächsten
Monaten mit Markt und Landratsamt intensive Gespräche
führen. In dem Konzept
gilt es unter anderem darzustellen,
was man beabsichtigt, um
dem Denkmalgedanken in Sanspareil
im Sinne des Weltkulturerbes
gerecht zu werden. Da
sind
Bebauungspläne ebenso wie
Naturschutzprojekte
einzubeziehen.
Ein Windpark in Nähe
des Felsengarten wäre dem Projekt
ebenso abträglich wie der
Bau eines
Betonklotzes, der sich
nicht in das
Gesamtbild einpasst.
Das Prädikat Weltkulturerbe würde
Bayreuth und Sanspareil zusätzliche
Touristen zuführen. Mit
welchem Besucherzuwachs wäre zu
rechnen?
Der Titel Weltkulturerbe zieht.
Der Besucherzuwachs kann bis
zu 50
Prozent betragen. Deshalb
ist neben dem
denkmalpflegerischen
Aspekt auch ein touristisches
Konzept ganz wichtig.
Weltkulturerbe ist zwar kein Tourismusprädikat, sondern
in erster Linie die
Schutzfunktion für Kulturgut in allerhöchster
Stufe. Nichtsdestotrotz will die UNESCO wissen, wie sich
die Besucher in
angemessener Weise
in einer Region
aufhalten können.
Da ist beispielsweise im Bereich Infrastruktur auch die
Parkplatzfrage
für Busse zu klären.
Wie kann die doch kleine Gemeinde
Wonsees eine so gewaltige Aufgabe
meistern?
Die Weltkulturerbestätte betrifft
den Kernbereich Sanspareil,
hat aber auch eine Pufferzone,
die
beispielsweise den
Hauptort
Wonsees einschließen
könnte. Gemeinde
und Landkreis müssen sich gemeinsam
überlegen, wie es
gelingen kann,
dass die gesamte
Region einen
Nutzen daraus zieht. Die Besucher
dürfen nicht nur aus dem
Bus aussteigen und
nach einem
Spaziergang durch den Felsengarten
das Weite suchen. Es
muss das Ziel sein,
die Gäste
möglichst über Nacht zu binden. Wonsees allein wäre in
diesem Bestreben verloren. Die Gemeinde muss
Partner suchen, etwa
Thurnau, Hollfeld oder auch
die Therme
Obernsees. Jeder
sollte einen
Mosaikstein zu einem Komplettangebot beitragen,
das geeignet ist, die sehr attraktive
Urlaubsregion nach außen besser zu verkaufen.
Sollte das Konzept
greifen, wäre dann
im übrigen zu
prüfen, ob man im näheren Umfeld einen Investor
für ein Hotel
findet.
In welchem Bereich muss sich Wonsees
selbst steigern?
Man
kann aus dem wunderschönen
Wonsees sicher noch mehr
herausholen. Es reicht nicht, nur
mit Natur und Wanderwegen zu
werben. Man muss die kulturhistorische
und geschichtliche
Bedeutung mehr herausstellen,
deutlich machen,
dass die Hohenzollern auch hier ihre Spuren
hinterlassen haben. In diesem Zusammenhang ist
ganz besonders auch
der Landkreis Kulmbach gefordert. Er
muss klar
herausstellen, dass Sanspareil neben der Plassenburg
der
Leuchtturm im Landkreis
ist.
Wird mit den Pfunden, die der
Landkreisgerade auch mit dem Erbe Wilhelmines in
Sanspareil hat,
zu wenig gewuchert?
Den
Eindruck habe ich. Aber
selbst im Markt
Wonsees fehlt
meiner Ansicht nach
das Bewusstsein darüber, dass es sich
hier um eine ganz
besondere
Ecke handelt. Dieses Bewusstsein
müssen wir aber haben,
wenn wir
Weltkulturerbe werden
wollen.
In Bayreuth hat da schon ein
Wandel eingesetzt. Dort hat man
erkannt, dass das Potenzial von
Wagner
fast ausgeschöpft ist,
man mit Wilhelmine
ein zweites Standbein hat, mit dem man viel erreichen
kann.
Wann rechnen sie mit einer Entscheidung
der UNESCO? Wie beurteilen
sie die Chancen der Bayreuther
Bewerbung?
Mit einer Entscheidung ist frühestens
2010 zu rechnen. Vom
Gefühl
her bin ich sehr zuversichtlich.
Nüchtern betrachtet
stehen die Chancen
50:50. Man
muss sehen, dass das Weltkulturerbe-Prädikat
nicht oft vergeben
wird. In Bayern gibt es zurzeit nur fünf
Weltkulturerbestätten,
und die Kriterien, die bei der Vergabe angewandt
werden, werden immer strenger.
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