Die Waldglashütte vom Ochsenkopf


Am Ochsenkopf haben Archäologen eine Glashütte aus der Frühneuzeit freigelegt.

Nach einer geomagnetischen Prospektion und ersten Grabungen konnte in einer Rettungsgrabung das aus großen Granitplatten bestehende Fundament (etwa drei Meter mal drei Meter) eines rechteckigen Kühl- oder Temperofens freigelegt werden. Darauf saß Mauerwerk aus kleinteiligen Bruchsteinen, die man in reichlich schamottierten Lehmmörtel verlegt hatte. Der Verlauf des mittigen, lang gestreckten Feuerkanals von 80 Zentimetern lichter Breite war deutlich zu erkennen.

In diesen Temperöfen wurden die hergestellten Glasprodukte von rund 500 Grad Celsius bis zur Umgebungstemperatur langsam abgekühlt, um ein Zerspringen der Gläser zu vermeiden. Im Jahr 2007 konnte im Bereich des direkt durch die Grabungsstätte verlaufenden Forstweges der in nächster Nähe vermutete, robuster konstruierte Arbeitsofen lokalisiert werden:

Die Archäologen fanden eine Zone stark verziegelten Waldbodens, aufgrund der früheren großen Hitzeeinwirkung, in einer halbkreisförmigen Anordnung. Dieser abgeräumte kreisförmige Arbeitsofen müsste einen Innendurchmesser von eineinhalb bis zwei Meter gehabt haben. Nachschmelzversuche ergaben, dass man etwa 900 Grad Celsius benötigt, um aus eingeschmolzenem Proterobas Knöpfe drehen zu können. Dünnflüssig, wie in den aufgefundenen Tiegelresten, wird der "grüne Porphyr" jedoch erst bei Temperaturen um 1300 Grad. Wie im Jahr 2006 konnte auch 2007 ein Großteil der Funde in einer Holzkohle/Ascheschicht geborgen werden: Fehlproduktionen von Proterobasglasknöpfen, Schlacken, Tiegelreste, Waldglasbruch, wenige emailbemalte Ochsenkopfgläser und emailbemaltes Creußener Steinzeug jeweils in kleinsten Fragmenten.


 

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