Mittelfranken richtet Limes-Festakt aus.


Zum vierten Mal haben die Deutsche UNESCO-Kommission und der Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland den bundesweiten "UNESCO-Welterbetag" ausgerufen. Seit 2005 zählt auch der Obergermanisch-Raetische Limes zu diesen Welterbestätten - als eines von nur fünf Denkmälern in Bayern und 32 in ganz Deutschland.

Der Regierungsbezirk Mittelfranken richtete den offiziellen Festakt im Rahmen des Limes-Projekts "Am Römerbad" in Theilenhofen aus. Dabei enthüllte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch die 18 neuen Limes-Beschilderungen in den Gemeinden Pfofeld und Theilenhofen.

Es ist, als ob man die Zeit um 2000 Jahre zurückgedreht hätte. Auf der Wiese bei der Gemarkung Theilenhofen haben die Römer ihr Lager aufgeschlagen. Streng blickende Soldaten beobachten das Treiben. Frauen sitzen an den Spinnrädern oder kochen Eintopf nach Art des Apicius. Männer flicken ihre Kettenhemden oder bereiten ihre Onager, die Schleudergeschütze, vor. Buntes Treiben, wohin man schaut.

Die realistische Darstellung der Vergangenheit ist dem Kulturverein Pfofeld und Umgebung e.V. und dem Heimatverein Vetoniana (Pfünz) zu verdanken.

 

Gemeinde Pfofeld:

Limes in Pfofeld
Der römische Limes verläuft auf etwa 4 km durch das Gebiet der Gemeinde Pfofeld. Auf dieser Strecke sind fünf Limestürme bekannt oder werden vermutet. Sie hatten meistens direkten Blickkontakt zum Kastell Theilenhofen. In vielen Pfofelder Limestürmen konnten teils ganz herausragende römische Gegenstände, darunter eine kleine Bronze zur des Gottes Merkur, gefunden werden.

Der neue Limeswanderweg der Gemeinde Pfofeld erschliesst dem Wanderer die historischen Gegebenheiten des Limes in den Gemeindefluren Pfofeld und Theilenhofen. Sehenswert ist hierbei vor allem das Römerbad bei Theilenhofen und der teilweise Nachbau eines Limesturmes bei Rittern.
Der Wanderweg ist insgesamt etwa 11,6 km lang, landschaftlich sehr reizvoll und nicht sonderlich anstrengend. Einkehrmöglichkeiten am Ausgangsort Pfofeld und in Theilenhofen (ca. 1 km vom Wanderweg).
 

(Un-)Sichtbarer Limes
Heute ist von der römischen Grenzanlage – dem größten Bodendenkmal Europas – nur noch wenig sichtbar. Im Gemeindegebiet von Pfofeld sind die Reste der früheren Grenze sehr unterschiedlich erhalten. Hier im Ortskern von Gundelshalm ist das Meiste durch Bauten zerstört, östlich davon ist der Limes stellenweise noch als Böschung zu sehen. Im Südosten des Gemeindebereiches liegen Teile des Lagerdorfes des Kastells Theilenhofen. Einige Funde aus den Limestürmen und vom Kastell Theilenhofen werden im Archäologischen Museum in Gunzenhausen gezeigt. An verschiedenen Stellen geben nun Informationsschilder Hinweise auf Erkenntnisse aus Ausgrabungen, Funde und die Funktion des Limes.
Die Gemeinde Pfofeld hat nun im Gemeindegebiet 8 Informationstafeln, die Aufschluss über verschiedene Themen im Zusammenhang mit dieser Epoche geben, aufgestellt (siehe auch die Rubrik der nächsten Seite "Limeswanderweg".
Zur eigentlichen Grenzlinie mit den Wachtürmen in regelmäßigen Abständen gehörten neben den Kastellen auch die Lagerdörfer. Diese Dörfer haben jedoch zu den heutigen Orten keinen Bezug.
Ortsname Pfofeld
Pfofeld ist einer der wenigen Orte am Limes, deren Namen sogar mit dem Denkmal zusammenhängt. Pfofeld bedeutet „Feld am Pfahl“. Pfahl ist eine andere historische Bezeichnung des Limes. Vor dem Bau der bekannten Steinmauer wurde die Grenze mit einer Holzpalisade, also mit Pfählen, gebildet. Entsprechend besteht das Ortswappen symbolisch aus drei miteinander verbundenen Holzpfosten. In Bayern weist sonst nur Pfahldorf bei Kipfenberg in seinem Namen auf den Limes hin. Erinnerungen an die frühere Grenze spiegeln sich in einigen Gemeinden in den Flurnamen, wie Pfahläcker oder Pfahlwiesen, wieder.
 


 

zurück