Mittelfranken vermarktet Limes
Ein Miniatur-Kastell soll künftig am mittelfränkischen Limes die Bedeutung des früheren römischen Grenzwalls verdeutlichen. Die Schutzanlage solle als wetterfestes Modell im Maßstab 1:10 bei Ruffenhofen im Landkreis Ansbach entstehen, teilte der Zweckverband Römerkastell Ruffenhofen mit.
Der Nachbau werde unterhalb eines Aussichtshügels und westlich des Original-Kastells auf einer extra dafür aufgeschütteten Plattform errichtet. Die Überreste des Originalkastells würden durch spezielle Bepflanzungen hervorgehoben. Auf diese Weise soll dem Besucher ein direkter Vergleich ermöglicht werden.
Das Modell des Kastells in Ruffenhofen sei mit seiner Größe einzigartig, betonte der Zweckverband. An verschiedenen Orten entlang des Limes existierten zwar kleinere Modelle und Teil-Nachbauten in Originalgröße, aber ein Gesamt-Modell dieser Großenordnung unter freiem Himmel sei ein völlig neuer Ansatz.
Für den Bau des Modells würden insgesamt drei Tonnen Ton, etliche Kubikmeter Holz und mehr als 250 Quadratmeter Zementfaser-Platten verbaut, teilte der Zweckverband mit. Die zum obergermanisch-raetischen Limes gehörende Anlage in Ruffenhofen zählt seit Juli 2005 zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen (UNESCO). In den nächsten Schritten sei ein Museumsneubau geplant. Zudem solle das Freigelände verstärkt für die Interessen von Kindern erschossen werden.
Für den Erhalt des Limes hat der Freistaat Bayern in den vergangenen drei Jahren rund 1,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Vom Jahr 2009 an soll für Mittelfranken die Stelle eines Limesfachberaters eingerichtet werden. Der für die Kulturarbeit zuständige Bezirk Mittelfranken stellt dafür jährlich 30 000 Euro zur Verfügung.