Tiepolos Heimkehr
Der Unhold erhebt sich drohend über den Heiligen, bereit zum tödlichen Wurf. Doch Stephanus blickt nicht seinen Henker an, sondern schaut entrückt die Herrlichkeit des Himmels. Seit wenigen Tagen ist es wieder der Himmel über Unterfranken. Denn das lange Zeit verschollen geglaubte Gemälde "Die Steinigung des hl. Stephanus" von Giovanni Domenico Tiepolo (1727 bis 1804) ist heimgekehrt nach Würzburg.
Der Freistaat hatte das Bild 2006 für rund 620.000 Euro ersteigert. Der Venezianer Tiepolo hatte das zwei mal vier Meter große Gemälde, das zu seinen Hauptwerken zählte, ursprünglich für die Abtei Münsterschwarzach gemalt. Seit der Säkularisation galt es als verschollen, bis es 1940 in einer Privatsammlung wieder auftauchte.
Jetzt ist Tiepolo in der Würzburger Residenz zu bewundern, wo das Gemälde eine Sammlung von Meisterwerken aus Venedig krönt.