Bamberger Kaiserzimmer wieder zugänglich


Mit dem Abschluss der Arbeiten ist ein Ensemble von besonderem Rang wieder der Öffentlichkeit zugänglich. "Diese Residenz ist ein gemeinsames und zentrales Denkmal fränkischer und bayerischer, und, wenn man sich im Kaisersaal umsieht, auch der deutschen Geschichte".

Die Residenz gilt als Gipfelpunkt der Ikonologie deutscher Barockresidenzen. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (1693 bis 1729) hatte sich am Domplatz eine repräsentative Residenz errichten lassen, in der einige Räume für einen erlauchten Gast bestimmt waren: den Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation. In ihren Fluchten mit Vorzimmern, Empfangssälen und Rückzugsgemächern bildete sich nicht nur das höchst durchdachte Hofzeremoniell des Barock ab, das die politische Ordnung der Welt als Widerglanz der göttlichen Ordnung feierte; schließlich war der Bamberger Bischof nicht nur Oberhirte, sondern auch hochrangiger Fürst. Zusätzlich feierte ihr Wand- und Deckenschmuck in Allegorien und Symbolen den Absolutismus und den Anspruch des habsburgischen Kaiserhauses auf Weltherrschaft. Schließlich erhoffte man sich vom Kaiser Förderung und Schutz für Reich und Kirche.

Das Königreich Bayern nutzte die Residenz weiterhin zur Hofhaltung. Hier residierten Herzog Wilhelm in Bayern, Kronprinz Wilhelm II. und Otto, ehemals König von Griechenland. Zuletzt wohnte das Erbprinzenpaar Rupprecht und Marie Gabriele ab 1900 in den Kaiserzimmern. So mischen sich in den Räumen heute verschiedene Epochen.


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