Der Stollenbrunnen von Bischofsgrün


Neue Attraktion für Touristen geschaffen:

Einige Schaufelaushube sollten es anfangs nur sein, um den Stollenbrunnen in Bischofsgrün wieder freizulegen. Doch die geschichtliche Begeisterung - das "Stollenfieber" - erfasste die ehrenamtlichen Helfer, und so wurde daraus ein zweijähriger Arbeitseinsatz.

In über 750 ehrenamtlichen Stunden schuf die Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins Bischofsgrün zusammen mit Freunden eine neue touristische Anlaufstelle. Aus einem unscheinbaren Wasserloch wurde ein bergbauhistorisches Denkmal. Allein an Materialkosten müssten - trotz Entgegenkommens der meisten Unternehmen - mit 10.000 € geschultert werden. Vom Naturpark Fichtelgebirge gab es einen Zuschuss in Höhe von 7.800 €. Die Heimatfreunde vom FGV Bischofsgrün steuerten 5.000 € zu. Aus etwa 15 Personen bestand der Helferkern.

Eisenerz wurde in der Fischerloh bei Bischofsgrün abgebaut. Die für das Hohe Fichtelgebirge große Grubenanlage verläuft parallel zur heutigen Bundesstraße 303. Der Abbau war seinerzeit so lohnenswert, dass ein rund 150 Meter langer Entwässerungsstollen etwa im rechten Winkel zur heutigen Bundesstraße erreichtet wurde. Dessen etwa 80 Meter unterhalb der Straße gelegenes Mundloch haben die FGVler jetzt der Öffentlichkeit mit ihrer aufwendigen Sanierungsaktion wieder zugänglich gemacht. Das Stolenalter wird auf rund 200 Jahre geschätzt. Der Stollen hatte seinerzeit mit einer Höhe von rund zwei Meter und einer Breite von 80 Zentimetern einen großzügigen Ausbau.

Der Stollenbrunnen liegt im Wald zwischen Bischofsgrün und Karches. Vom Hotel Kaiseralm aus ist er in einem Fußmarsch von etwa einer halben Stunde zu erreichen. Der Weg ist gut ausgeschildert.


 

zurück