Günter Dippold mit dem Frankenwürfel ausgezeichnet

 


In Bad Windsheim haben die fränkischen Regierungspräsidenten am Martinstag (11.11.2010) zum 26. Mal den Frankenwürfel verliehen.

"Wendig, witzig und widersprüchlich" muss er sein, der Gewürfelte - so der Ehrentitel der mit dem Auszeichnung bedachten Franken. Eigenschaften, die dem 1961 in Schney geborenen und nun in Lichtenfels lebenden Historiker und Volkskundler nicht zuwider sind, wie er mit einem Schmunzeln einräumt: "Für einen Franken, der sich auch als solcher versteht, ist dies doch eine sehr ehrenwerte Auszeichnung, auch weil sie nicht mit übertriebenem Ernst und im Rahmen eines Gans-Essens mit allen vorherigen Preisträgern verliehen wird.

Seine intensive Verbundenheit zu Franken und damit das gesteigerte Interesse für die Heimat sei mehr zufällig gewachsen, gibt sich Dippold bescheiden. "Ich wollte verstehen, warum Orte, Dinge und Menschen so sind, wie sie sind", erinnert er sich. Ursächlich für seinen Lebensweg seien auch seine beiden größten Vorzüge, die gleichzeitig auch seine größten Schwächen seien: "Wissbegierde und Neugierde."

 

Keineswegs widersprüchlich sind denn auch die Karriereschritte Dippolds:

Den ersten Vortrag hielt er bereits vor seinem Studium der Geschichte und Volkskunde in Bamberg, Regensburg und Erlangen-Nürnberg. Von 1992  bis 1994 war er als Leiter des Deutschen Korbmuseums in Michelau tätig, ein Jahr nach der Promotion 1993 wurde er Bezirksheimatpfleger und Kulturreferent des Bezirks Oberfranken, für den er seit September diesen Jahres auch Leitender Kulturdirektor ist. Im Jahr 2004, mit 42 Jahren, folgte der Ruf zum Honorarprofessor für Volkskunde und Europäische Ethnologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. In Büchern und Aufsätzen hat er die Ergebnisse seiner Forschungen zur fränkischen Geschichte und Kultur vorgestellt. 2004 erhielt er die Kulturmedaille der Stadt Lichtenfels, 2007 das Bundesverdienstkreuz.

Außerhalb des Dienstes ist Dippold vielseitig in ehrenamtlichen Einsatz, unter anderem engagiert er sich seit 1997 als Vorsitzender beim Geschichtsverein Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW), ist seit 1998 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft oberfränkischer Museen und Sammlungen und seit einem Jahr Vorsitzender des Caritasverbands Lichtenfels. Wichtig ist ihm, nicht nur bei seinen Vorträgen, ein subtiler Humor, eine Eigenschaft die der "Gewürfelte" auch an seinen Franken sehr schätzt.

Seine Funktion als Bezirksheimatpfleger vergleicht er mit der eines Scharniers: "Wir sind auf breiter Basis über das kulturelle Leben in den Regionen informiert. Unsere Aufgabe ist es, die Leute zusammen zu bringen, Kontakte zu knüpfen und Wegweiser zu sein." Ziel sei es, an einer lebendigen Kulturlandschaft mitzuarbeiten, Anstöße zu geben, aber auch auf Qualität und Inhalte zu achten.

 

1985 von den fränkischen Regierungspräsidenten gestiftet, wird der Frankenwürfel seitdem jährlich am 11. November verliehen. 75 Persönlichkeiten wurden seither mit dem Frankenwürfel ausgezeichnet. Der verliehene Porzellanwürfel zeigt die drei Wappen der Regierungsbezirke und wird an Personen verliehen, in denen das Prägende des fränkischen Charakters besonders deutlich zum Ausdruck kommt: Das Wendige, das Witzige und das Widersprüchlich, wobei Witz auch für Erfindergeist und Einfallsreichtum steht.

 

Historisches Franken gratuliert Herrn Dippold zu dieser hohen fränkischen Auszeichnung recht herzlich!!!

 

Ausgezeichnet wurden auch der Veitshöchheimer Gastwirt Heinrich Bauer und der Nürnberger Mundartdichter Günter Stössel mit dem Frankenwürfel.

 


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