Hotel-Gasthaus Opel in Heinersreuth - Gasthaus mit langer Historie

(Heinz Friedel)


 

In der Ortsmitte von Heinersreuth (Nähe Bayreuth), an der Einfahrt von der Bundesstraße 85 zum "Schlossplatz", steht der Hotel-Gasthof Opel. Mit diesem imposanten Gebäude, das auch in der Denkmalliste verzeichnet ist, befasst sich der Heinersreuther Gemeindeheimatpfleger Heinz Friedel in seinen neuesten Forschungen.

 

Der Eintrag für das Gebäude in der Denkmalliste lautet: "Gemeinde Heinersreuth, Bayreuther Straße 1, Gasthaus, Sandsteinquaderbau mit Halbwalmdach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert (Flurnummer 103/2). Genaueres über das Jahr der Erbauung gibt eine Inschrift im Kellergewölbe preis. Dort heißt es: "1833, Johann Lauterbach". Die Gastwirtschaft wurde fortan von Johann Lauterbach und seiner Ehefrau Margareta Kunigunde geführt. Nach dem Tod von Johann Lauterbach im Jahr 1856 heiratete dessen Witwe in zweiter Ehe Johann Engelbrecht. Weitere Besitzer waren die Familien Schmidt und Kolb. Von letzterer kauften Johann und Barbara Opel aus Eckersdorf am 21. Oktober 1905 den Gasthof.

Zum Anwesen gehörten damals der "Eindrittelbesitz" am Schlosshof und bis heute die Hälfte des Bräuhauses. Im Bräuhaus wurde von Johann Opel und seinem Sohn und Nachfolger Martin noch bis 1923 Bier gebraut.  Beide betrieben im Gasthaus auch eine Metzgerei. Nach dem frühen Tod von Johann Opel führte seine Witwe mit ihren sechs unmündigen Kindern den Gasthof samt Metzgerei weiter. Der Erbe, Metzgermeister Martin Opel und seine Frau Johanna, ließen Anfang der 50er Jahre umfangreiche Instandsetzungsarbeiten ausführen. So wurden unter anderem die Stallung zu einem geräumigen Nebenzimmer umgebaut und der Tanzsaal im ersten Stock erneuert. Ein Bruder von Martin Opel, Georg Opel, besaß in 50er und 60er Jahren in Starnberg die "Hubertusklause", ein Lokal, in dem 101 Biersorten zur Auswahl standen und in welchem auch Künstler und Promiente aus Politik, Funk und Fernsehen verkehrten.

Im Saal wurden nicht nur Kerwatänze abgehalten, auch Bürgerversammlungen sowie Veranstaltungen der Vereine, zum Beispiel des Gesangvereins, des Schützenvereins und des SPD-Ortsvereins fanden darin statt. Mitte der 70er Jahre ließ die Familie Opel dann den Saal zu Fremdenzimmern ausbauen. Aus Altersgründen gab Martin Opel 1981 die Metzgerei auf, er verstarb 1987. In dritter Generation führt die Tochter Christine Opel, unterstützt von ihren erwachsenen Kindern, den Gasthof weiter.


 

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