Das Bayreuther Opernhaus wird für 19 Millionen saniert

Opernhaus bleibt bis September 2012 geöffnet

 

Ein Teil des Opernhauses ist bereits eingerüstet. Hinter der Plane laufen erste Arbeiten zur Erprobung der Sanierungsarbeiten.

Millimeter für Millimeter werden hier alte Farbeschichten abgetragen, damit das Markgräfliche Opernhaus wieder in seinem ursprünglichen Zustand erstrahlen kann

 

 

Es ist das einzige in vollem Umfang erhaltene barocke Opernhaus der Welt. Doch das Markgräfliche Opernhaus ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Wenngleich jetzt der Startschuss für die Sanierungsarbeiten gefallen ist, wird im Opernhaus noch nicht gleich losgelegt. Derzeit werden die Ausschreibungen vorbereitet, die Arbeiten selber werden wohl erst im Herbst 2012 so richtig beginnen. Dennoch bietet sich den Besuchern des Opernhauses schon das Bild einer Baustelle. Auf einem hinter einer Plane versteckten Gerüst laufen an einer Musterachse bereits die ersten Arbeiten. Hier geht es vor allem darum, Restaurierungstechniken zu erproben und zu verfeinern.

Der Besuch des Opernhauses wird noch bis zum 30. September 2012 möglich sein, auch wenn schon jetzt keine Aufführungen mehr stattfinden.

Alle Maßnahmen laufen unter dem Stichwort "Wiederherstellung des Originalzustandes". Demnach soll "behutsam und bestandswahrend" vorgegangen werden. Im Blick haben die Restauratoren dabei vor allem die Farbe des Opernhauses, das früher in einem frischen hellen Grün erstrahlte. Dieser Zustand soll wieder hergestellt werden. Auch das Bühnentor, das im Laufe der Jahre verkleinert wurde, soll wieder in seinen Originalzustand gebracht werden. Allein für die Restaurierung ist ein Betrag von rund 5,4 Millionen Euro vorgesehen. Um den Zustand dann aber auch möglichst lange zu erhalten, muss das Klima im Opernhaus dauerhaft verbessert werden. Deshalb wird eine Klima- und Haustechnik eingebaut, wie man sie sonst nur aus Museen kennt, eine Anlage also, die ein stabiles und gleichmäßiges Klima ermöglicht. Beim Klimakonzept wird die Luft ganz langsam und kaum spürbar durch den Boden eingeblasen. Zum Kühlen wird dabei das Wasser des nahen Mühlbachs verwendet. Da der größte Teil des Innenraums im Opernhaus aus Holz besteht, kommt dem Brandschutz eine besondere Bedeutung zu. Über 300.000 Euro kostet allein eine Hochdrucknebelanlage, die im Ernstfall den Wasserschaden so gering wie möglich halten soll und sonst nur auf Kreuzfahrtschiffen eingesetzt wird. Weitere 2,5 Millionen Euro sind im Projektplan für die Elektro- und Bühnentechnik vorgesehen, denn das Opernhaus soll weiterhin - zumindest im Sommer - bespielt werden. auch wenn eine Winterbespielung nicht vorgesehen ist, um den Bestand zu sichern, sind sich alle Beteiligten einig, dass man den richtigen Eindruck dies Theaters nur dann bekommt, wenn man ein Aufführung besucht.

 

Anmerkung:

Die Bewerbung zum Weltkulturerbe geht langsam in ihre entscheidende Phase. Sie ist inzwischen in Paris eingegangen und wird an die Gutachterorganisation weitergeleitet. Schon im Sommer soll dann ein Gutachter nach Bayreuth kommen, um sich vor Ort ein Bild vom Opernhaus zu machen. Dass die Aufnahme des ältesten Barocktheaters der Welt ein Riesengewinn für Bayreuth wäre, davon sind alle Beteiligten überzeugt.


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