Dauerausstellung auf Burg Zwernitz


 

Vor kurzem wurde in der zuvor monatelang restaurierten Burg Zwernitz in Sanspareil eine Dauerausstellung über das höfische Jagdwesen in den beiden Markgrafentümern Ansbach und Bayreuth auf seinem Höhepunkt im 18. Jahrhundert eröffnet. die Jagd nahm in dieser Zeit als zentrales Ereignis höfischer Repräsentation wie an allen Höfen des Barockzeitalters eine herausragende Stellung ein. Fast alle Markgrafen aus dem Hause Hohenzollern waren passionierte Jäger und nicht selten verschlangen die Kosten für die Jagd einen bedeutenden Anteil des Staatshaushaltes. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war das "Recht der Hohen Jagd" auf Hirsche, Bären oder Wildschweine den Landesherren verliehen worden und diese nutzten praktisch ihr gesamtes Territorium als "fürstliches Jagdgebiet". Daher mussten im gesamten Staatsgebiet Jagdunterkünfte, mitunter sogar eigene Jagdschlösser, unterhalten werden. Zahlreich war das Jagdpersonal, überall hielt man umfangreiches Jagdzeug  vorrätig. Beeindruckende Ausstellungsstücke und aufschlussreiche Informationen ermöglichen auf der Burg Zwernitz einen spannenden Einblick in diese längst vergangene Welt der höfischen Jagd.

Anhand kostbarer Exponate werden in der Ausstellung alle Arten der höfischen Jagd vorgestellt.  Besonders beliebt war dabei die Treibjagd zu Pferde, die "Parforcejagd", bei der ein Hirsch über Stunden von Jägern und einer Hundemeute querfeldein bis zur völligen Erschöpfung gehetzt wurde. Mit einem "Hirschfänger" gab schließlich der Markgraf oder ein besonderer Jagdgast dem völlig entkräfteten Tier den Fangstoß. Eine seltene Sammlung von Jagdgemälden sowie von bei der Jagd benutzten Hieb- und Stichwaffen macht das damalige Geschehen in der Ausstellung augenscheinlich.

Die zweite der auf der Burg Zwernitz dargestellten Jagdarten ist die "Eingestellte Jagd", bei der zunächst die Tiere aus der ganzen Umgebung zusammengetrieben. Am Tag der Jagd hetzte man sie zwischen den "Jagdlappen", von denen einige ausgestellt werden, in eine Art "Arena". Dort wurden sie dann von der unter einem Jagdschirm versammelten Hofgesellschaft geschossen. diese Form der Jagd wurde mit großem Aufwand zu besonderen Anlässen durchgeführt und auch "Prunkjagd" genannt. In der Schatzkammer der Burg Zwernitz sind Beispiele markgräflicher Prunkgewehre sowie geschliffene Jagdpokale zu sehen.

Als die edelste aller Jagdarten galt schließlich die "Beizjagd" mit Falken, die auf eine lange Tradition zurückblicken konnte und in der Zeit des Absolutismus eine neue Blüte erlebte. Der "Wilde Markgraf" Carl Wilhelm Friedrich von Ansbach (1712 - 1757) betrieb zu seiner Zeit die größte Falknerei Europas. Sein Falknercorps umfasste 50, teils hoch spezialisierte Jäger. Auf informativen Schautafeln werden die großen Jagdherren des 18. Jahrhunderts unter den Ansbacher und Bayreuther Markgrafen sowie die wichtigsten Jagdschlösser und Jagdreviere in den beiden Hohenzollern - Fürstentümern vorgestellt.


 

zurück