Die Kirche der 83 Ordenswappen

- Bayreuth / St. Georgen -


Die Ordenskirche wurde vor 300 Jahren am Georgstag, 23. April 1711, in Anwesenheit des Erbprinzen und späteren Markgrafen Georg Wilhelm und zahlreichen Persönlichkeiten aus Bayreuth und der St. Georgener Gemeinde feierlich eingeweiht.

Sechs Jahre zuvor, am 18. April 1705, fand die Grundsteinlegung statt. Mit der Einweihung war der Kirchenbau aber noch keineswegs vollendet. Der Turm kam erst sieben Jahre später dazu und auch im Innenraum der Kirche fehlten noch so zentrale Elemente wie Taufstein und Kanzelaltar. Bis 1716 wurden sie von dem Bildhauer Elias Räntz geschaffen.

Zum Zeitpunkt der Einweihung hieß die Ordenskirche noch "Sophienkirche zur heiligen Dreifaltigkeit", ein Name, der heute nur noch wenigen Menschen geläufig ist. Mittlerweile ist daraus die Ordenskirche geworden, weil die an der Emporenbrüstung angebrachten 83 Ordenswappen ein prägendes Detail dieser Kirche darstellen.

Markgraf Georg Wilhelm hatte verfügt, dass jedes Mitglied seines "Ordens der Aufrichtigkeit" sein Familienwappen in der Kirche anzubringen hatte. Jeweils am Georgstag traf sich dann die illustre Runde der Ordensritter, zumeist Landadlige aus fränkischen und benachbarten Gebieten, aber auch einige hohe Militärs aus Georg Wilhelms persönlicher Bekanntschaft. Zunächst feierte man Gottesdienst in der neu gebauten Kirche. Anschließend gab es im Ordenssaal des St. Georgener Schlosses ein festliches Bankett. Die Ordenskirche stellt den bedeutendsten protestantischen Kirchenneubau in Franken im 18. Jahrhundert dar.

Unter der Leitung von Baumeister Gottfried von Gedeler entstand ein kreuzförmiger Zentralbau. Außen ist die Ordenskirche betont schlicht gehalten, im inneren aber überaus festlich gestaltet und mit einem Bilderzyklus ausgeschmückt, der Seinesgleichen sucht. An den neutestamentlichen Decken- und Wandbilder lässt sich der Lebensweg und die zentralen Elemente der Verkündigung Jesu ablesen, die alttestamentlichen Motive stellen ein, in dieser Form, einzigartiges Bildprogramm dar. Im Zentrum der Ordenskirche steht der Taufstein. Kreuzförmig laufen die Wege von den vier Eingängen der Kirche an diesem zusammen und darüber findet sich das größte Deckengemälde der Kirche, die Darstellung der Taufe Jesu am Jordan. Der zweite zentrale Ort in der Ordenskirche ist der Kanzelaltar mit dem Gemälde vom letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern darüber.

Link: Ordenskirche


 

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