Salettl im Schlosspark Fantaisie frisch saniert - Wandmalereien wurden freigelegt

(Donndorf - Bayreuth)


 

Zuerst wohl Gartenhäuschen, später Schmiede, schließlich wurde der kleine Pavillon am Rande des Schlossparks Fantaisie dem Verfall preisgegeben - bis 2011.

Ein Jahr später und nach Ausgaben von 108 000 Euro hat die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen das restaurierte Salettl nun am 22. September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt:

 

 

 

Der quadratische Gartenpavillon ziert die nordwestliche Ecke des Schlossparks, wo er sich über einem Sandsteinsockel an der Parkmauer zur Bamberger Straße und zum Hotel Fantaisie erhebt. Obwohl erst 1850 sicher belegt, verdankt das Kleinod seine Entstehung wahrscheinlich der Erneuerung des Schlossparks durch die württembergische Herzogin Friederike Dorothee Sophie, die Schloss Fantaisie ab 1793 als Sommerresidenz nutzte. Sie erweiterte den Rokokogarten des Schlosses um einen sentimentalen Landschaftsgarten und legte zahlreiche reizvolle Staffagebauten an.

 

Ein Salettl ist ein kleines, meist offenes „Gartenhaus“, das einer Bauform des Pavillons entspricht.

Der Ausdruck ist vor allem in Österreich und Süddeutschland verbreitet.

Sprachlich stammt das Salettl von der italienischen saletta ab, einem „Sälchen“.

In den für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts typischen Salettln entwickelte sich die bürgerliche Freizeitgesellschaft.

 

 

 

Schablonen-Wandmalereien rekonstruiert:

Im Lauf des 19. Jahrhunderts kam es unter der Ägide ihres Enkels Herzog Alexanders II. von Württemberg zu einer weiteren Aus- und Umgestaltung des Park. Auch das Salettl wurde verändert: Der ursprünglich wohl offene Sandsteinpavillon erhielt eine Verglasung mit vierflügeligen Holzfenstern. Der Innenraum wurde mit einem neuen Farbanstrich versehen. Zwar ist die genaue Datierung dieser letzten Fassung des 19. Jahrhunderts unbekannt, doch im Zuge der Restaurierung gelang es, unter einer modernen Farbschicht relativ gut erhaltene Reste davon freizulegen. Sie ermöglichten den Restauratoren eine Rekonstruktion der Waldmalerei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Stützbalken verschwunden, Statik stabilisiert:

Wer den von Wind und Wetter arg zersausten Pavillon vor der Restaurierung kannte, wird ihn jetzt kaum wiedererkennen. Die provisorisch angebrachten Holzbalken, die seit 2003 die Statik des Gebäudes sicherten, sind sowohl außen wie innen verschwunden. Die ausbauchenden Stützmauern wurden mit Erdankern rückverankert, neu verfugt und verwitterte Fehlstellen ergänzt.

Fundamente und Fugen versorgt:

Die Fundamente an der Südostseite wurden unterfangen und die Fugen durch vorsichtiges Anheben der Sockelsteine und Sandsteinpfeiler wieder geschlossen. Edelstahldübel verbinden jetzt Dachkonstruktion, Sandsteinpfeiler, Sandsteinbrüstungen, Sockelsteine und Fundament miteinander. Auf zusätzliche Aussteigungen zur Sicherung der Statik konnten die Experten der Bayerischen Schlösserverwaltung verzichten.

Ungestört kann der Blick die nach historischen Vorbildern erneuerten Fenstertüren passieren und sich der rekonstruierten Schablonenmalerei im Innenraum zuwenden. Hellgelbe Flächen mit schwarzer Linierung und Ornamentmotiven zieren auf rotem Grund Pfeiler und Wandflächen. Gemeinsam mit der Balkendecke, den weißgestrichenen Sprossenfenstern und dem erneuerten Fliesenboden ergeben sie ein harmonisches Ensemble, das dem Salettl luftigen Charme verleiht.

Restauratoren:

http://www.onnen-restaurierung.de/news-liste/donndorf---salettl:-restaurierung-einer-raumdekoration-im-pompejanischen-stil-/


 

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