Das fränkische Rittergeschlecht von Wirsberg


 

Sie waren Kirchenmänner, Ketzer und Raubritter, ein altes fränkisches Adelsgeschlecht, dessen Besitz sich bis ins Egerland und nach Böhmen erstreckte: die Familie von Wirsberg. Ihr Wappen ist heute noch in den Gemeindewappen von Himmelkron, Neudrossenfeld und Glashütten zu sehen. Einer von ihnen war Friedrich von Wirsberg und Fürstbischof von Würzburg. Ein anderer, Jörg von Wirsberg, war an dem Mordkomplott gegen seinen Vorgänger, Bischof Melchior Zobel, beteiligt.

Der Leiter des Himmelkroner Stiftskirchenmuseums ersteigerte vor kurzem das Wachssiegel des Jörg von Wirsberg. Ein Auktionshaus aus Leipzig hat es zu einem erschwinglichen Preis angeboten. Etliche Zeugnisse derer von Wirsberg prägen noch heute die Gemeinde Himmelkron und ihren Ortsteil Lanzendorf. So ist das Wappen, das an Burgzinnen erinnert, über dem Toreingang des Wirsberg Flügels am Himmelkroner Schloss zu sehen und an der Gedenktafel im Innenhof, die Äbtissin Magdalena von Wirsberg gewidmet ist.

In der Ritterkapelle im hochgotischen Stil entdeckt man das Wappen unter den vielen Schlusssteinen an der Decke. Sie wurden zu Ehren der Stifter des Klosters geschaffen. Ursprünglich ist das Wirsberger Wappen in den Farben Rot und Weiß gehalten. In der Stiftskirche selbst finden sich etliche Grabplatten der Wirsberger, die als Lehensmänner der Andechs-Meranier nach Franken kamen. Ihr Stammsitz war die Burg Lanzendorf. Sigmund von Wirsberg, begraben in Himmelkron, war der Vater von Friedrich von Wirsberg, dem späteren Fürstbischof. Die von Wirsberg besaßen viel Streubesitz, in Glashütten, Neudrossenfeld, Höflas, Lehenstein und Wildstein. Mit den Guttenbergern, die aus der Oberpfalz stammten, zettelten sie eine Fehde an. Die verarmten Vorfahren von Friedrich von Wirsberg (1504 - 1573) stammten aus Glashütten. Am Sturz seines Vorgängers soll Jörg von Wirsberg beteiligt gewesen sein.


 

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