Freilandmuseum Fladungen startet in die Jubiläumssaison 2015

 

So schmeckt Geschichte

 

Ganz im Zeichen leiblicher Genüsse steht das Fränkische Freilandmuseum Fladungen zum Saisonstart im April. Zum Auftakt ist dort der historische Backofen in Betrieb. Über Ostern folgen „Aktionen rund ums Ei“ und kurz darauf die Eröffnung des Nordheimer „Kalthauses“ mit seinem einzigartigen Karussell zur Kühlung von Lebensmitteln. „Esse und dränke wie domols“ lautet der Titel zweier Themenführungen und natürlich wird auch wieder Bier gebraut und Schnaps gebrannt.

 

Es ist angerichtet! Ab Mittwoch, den 1. April 2015 stehen die Pforten des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen den Besuchern wieder offen. Am Eröffnungstag lohnt es sich besonders, in der Hofstelle aus Rügheim vorbeizuschauen, wo der historische Backofen in Betrieb genommen wird. Frisch gestärkt, bietet sich gleich danach ein Gang in die diesjährige Sonderausstellung „Griffel, Füller, Tintenkiller“ an, die um 11 Uhr im Obergeschoss des Eingangsgebäudes eröffnet wird. Die Ausstellung zeigt den enormen Wandlungsprozess der Volksschulen im ländlichen Bayern zwischen 1945 und 1970.

 

Auf „Aktionen rund ums Ei“ dürfen sich die kleinen Museumsbesucher an Ostern freuen. Am Ostersonntag, 5. April und am Ostermontag, 6. April zeigt ihnen Museumsführerin Anette Hauck, wie man mit Zwiebeln oder Roter Beete Ostereier färben kann. Außerdem steht eine spannende Ostereiersuche auf dem Programm. Hier gilt es für die Mädchen und Jungen ein Rätsel zu lösen, das sich der Osterhase für sie ausgedacht hat. Währenddessen zeigen Handwerker im Dreiseithof aus Leutershausen an beiden Tagen, wie altes Drechslerhandwerk funktioniert. Beantwortet wird im April aber auch die Frage, wie und was früher gekocht wurde: „Esse und dränke wie domols“ lautet das Motto eines Rundgangs, der unter dem Gesichtspunkt der Ernährung am 5. und 19. April, jeweils ab 14 Uhr, ca. eineinhalb Stunden durch ausgewählte Häuser des Museums führt. 

 

Sogenannte „Kalthäuser“ boten nach dem 2. Weltkrieg die Möglichkeit, eine lange Haltbarkeit von Lebensmitteln zu erreichen. Dort lagerten die Dorfbewohner ihre Vorräte gemeinschaftlich. Nach seinem spektakulären Transport im vergangenen Jahr ins Freilandmuseum Fladungen, wird das Kalthaus aus         Nordheim v. d. Rhön am Sonntag, den 19. April ab 11 Uhr an seinem neuen Standort offiziell eröffnet.

 

Auf die gelungene Übertragung wird man in diesem Jahr noch mit dem Museumsbier anstoßen können. Der süffige Gerstensaft wird am Mittwoch, den 22. April, das heißt am Vorabend des Tags des Deutschen Bieres,  im Gemeindebrauhaus aus Alsleben so gebraut, wie es die sogenannten „Rechtler“, also die damaligen Brauberechtigten, schon vor 100 Jahren taten. Ausgeschenkt wird das Bier dann beim Museums-bieranstich (Sonntag, 28. Juni ab 11 Uhr) und bei weiteren Veranstaltungen wie dem großen Museumsfest am letzten Wochenende im August.

 

Auch wer gerne mal ein Glas Hochprozentiges probiert, hat dazu im Museum die Gelegenheit: Schon von Dienstag, 21. April bis Freitag, 24. April wird in der Hofstelle Mühlfeld Schnaps gebrannt – zum einen aus Bier, zum anderen aus Früchten von den Streuobstwiesen des Museums. „Die Chancen auf ein gutes Tröpfchen stehen gut, schließlich wurde das im vergangenen Jahr hergestellte Jubiläums-Destillat mit der Silbermedaille des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbands prämiert“, so Geschäftsleiter Karsten Eck. Von der ausgezeichneten Qualität kann man sich im genannten Zeitraum direkt am Produktionsort, der Museumsbrennerei, überzeugen. Eine andere Möglichkeit ist ein Besuch des Museumsshops. Hier ist der Jubiläums-Brand – so lange der Vorrat reicht - die gesamte Saison über käuflich zu erwerben. Den 2015er-Brand kann man sich dann ab kommenden Jahr schmecken lassen.

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25 Jahre Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

„Gebaut, gesät und belebt!“

 

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen feiert 25. Geburtstag. Seit der Eröffnung im Jahr 1990 errichtete der Zweckverband hier zahlreiche erhaltenswerte Gebäude wieder, gestaltete ein abwechslungsreiches Außengelände und schuf Attraktionen für Jung und Alt. Sprich: es wurde „Gebaut, gesät und belebt!“. Zum Jubiläum gibt´s monatliche Sonderveranstaltungen, die jeweils einem Kernthema gewidmet sind. Auf dem Programm steht auch das Museumsfest, bei dem jeder, der in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, freien Eintritt hat.

 

25 Jahre Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

Nach 25 Jahren Aufbauarbeit laden rund 20 Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude und Bauten der Dorfgemeinschaft zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein. Sie zeigen anschaulich, wie unsere Vorfahren in Unterfranken sowie angrenzenden Gebieten früher gelebt und gewirtschaftet haben. Die Gebäude sind eingebettet in ein weitläufiges Gelände mit Hausgärten, Äckern, Viehweiden und Streuobstwiesen. Belebt wird das Freilandmuseum durch alte Nutztierrassen, die hier ihr Zuhause gefunden haben sowie durch Sonderausstellungen, Handwerksvorführungen, Aktionen und Feste. Dazu kommen in der Jubiläumssaison sieben sogenannte „Wimpelveranstaltungen“, die spezielle Themen aufgreifen.

 

Die  „Wimpelveranstaltungen“

Die Saison beginnt mit dem „elementaren“ Thema „Essen und Trinken“. Neben Schnapsbrennen und Bierbrauen steht im April die Eröffnung des „Kalthauses“ aus Nordheim (19.4.) auf dem Programm. Das Gebäude diente den Dorfbewohnern früher zur Bevorratung von Wurst, Fleisch und Gartenfrüchten und wurde im vergangenen Jahr spektakulär ins Freilandmuseum versetzt.

Der Mai wird mit einem „Technik-Tag“ (3.5.) begangen. Nicht nur Errungenschaften auf dem Gebiet der Landwirtschaft werden den Besuchern vorgeführt, sondern auch Entwicklungen im Bereich der Eisenbahn. Das Beispiel „Rhön-Zügle“ macht deutlich, wie stark das neue Verkehrs- und Transportmittel den Alltag der Landbevölkerung einst veränderte.

 

Im Juni rücken wir mit dem „Tag der alten Haustierrassen“ (14.6.) das Thema Tiere in den Vordergrund. Zusammen mit dem „Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V.“ und weiteren Partnern informieren wir über das Rhönschaf und viele weitere Nutztierrassen, die fast schon in Vergessenheit geraten sind. Natürlich sind an diesem Tag einige Vertreter der jeweiligen Art auch höchstpersönlich anwesend.

Dem Thema ländliche Kleidung ist der Juli gewidmet. Der Infotag „Trag mal Tracht“ (12.7.) soll vor allem jungen Leuten zeigen, wie attraktiv und alltagstauglich erneuerte fränkische Tracht sein kann. Unterstützt werden wir dabei von der Trachtenberatung der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Unterfranken.

Im August feiern wir „feste“ und halten Rückschau auf die vergangenen 25 Jahre. Das große Museumsfest (29.8./30.8.) am letzten Augustwochenende bildet gleichzeitig den Saisonhöhepunkt. Wer in diesem Jahr seinen 25sten Geburtstag feiert, kann sich an den beiden Tagen über freien Eintritt freuen.

Was brauche ich – außer gutem Wetter – für eine reiche Ernte? Diese Frage beantworten wir im September. Dann nämlich gibt’s „Tipps und Tricks vom Gärtner“ (27.9.). Anhand der Museumsgärten und Streuobstwiesen erfahren Interessierte, wie Beete angelegt und Früchte verarbeitet werden.

Dem Thema „Haus und Handwerk“ rückt im Oktober in den Blickpunkt. Zum Abschluss der Jubiläumssaison steht die „Eröffnung der Büttnerei aus Sulzthal“ (11.10.) auf dem Programm. Das Gebäude wird samt eingerichteter Werkstatt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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„Alle einsteigen!“

Das Rhön-Zügle gestern und heute

 

Mit ihren 113 Jahren gehört Dampflok „89 7373“ noch lange nicht zum alten Eisen, ganz im Gegenteil: sie ist das neue „Zugpferd“ der Museumsbahn durchs Streutal. Zwölfmal transportiert sie 2015  Fahrgäste in historischen Waggons bis zum Freilandmuseum Fladungen. Doch nicht nur das „Rhön-Zügle“, sondern auch die Erfurter Bahn steuert das Museum wieder an. Über die wechselvolle Geschichte der Bahnstrecke durchs Streutal informieren ab Mai eine neue Themenführung und eine Dauerausstellung im Museumsbahnhof. 

 

Erstmals verkehrten im Streutal zwischen Mellrichstadt und Fladungen im Dezember 1898 Züge. Doch schon 1976  – also keine 80 Jahre später - wurde die Personenbeförderung wieder eingestellt und im Mai 1987 kam auch für den Gütertransport das Aus. Doch der Bahnverkehr im Streutal lebt bis heute weiter: Als 1996 mit dem „Rhön-Zügle“ die Museumsbahn Fahrt aufnahm, erwachte er aus seinem Dornröschenschlaf.

 

Über das Auf und Ab der Streutalbahn informiert ab 3. Mai eine Ausstellung im Museumsbahnhof in Fladungen. In authentischer Umgebung wurde dort ein Wartesaal rekonstruiert. Historische Fotos spiegeln den Lauf der Zeit wider, ebenso Teile alter Lokführer- und Zugbegleiter-Uniformen sowie eine Sammlung alter Fahrkarten. „Alle einsteigen!“ heißt es aber nicht nur bei der neuen Dauerausstellung, sondern auch bei einer Themenführung, die am 1. und 25. Mai erstmals angeboten wird. Dazu Geschäftsleiter Karsten Eck: „Hier zeigen wir, was die Züge früher transportierten und wie die Menschen am Rande der Strecke arbeiteten und lebten.“ Wer mag, kann sogar einen Waggon erklimmen und bekommt eine alte Dampflok zu Gesicht.

 

Zwölfmal kommt die neue Museums-Lok „89 7373“ in diesem Jahr sogar richtig in Fahrt: 290 PS bringt sie auf die Schiene - genug, um Fahrgäste in Waggons aus den 30er Jahren gemütlich und sicher nach Fladungen zu befördern. Am 3. Mai geht es erstmals in der Saison mit dem „Rhön-Zügle“ ab Mellrichstadt, Stockheim oder Ostheim vor der Rhön bis zum Freilandmuseum Fladungen und natürlich auch wieder zurück. Bis zum 27. September folgen elf weitere Fahrtage, an denen das Reisen zum Nostalgie-Erlebnis wird. Wer´s moderner mag, nimmt den „UnterfrankenShuttle“ der Erfurter Bahn, die in diesem Jahr zwei Sonderfahrten anbietet.

 

Die Fahrt mit dem „Rhön-Zügle“ oder mit der Erfurter Bahn lässt sich bequem mit einem Besuch im Freilandmuseum Fladungen verbinden. Dort warten auf die Besucher die gesamte Saison über liebevoll und detailgetreu eingerichtete Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude sowie Mühlen, Brauhaus, Schäferei und weitere Funktionsgebäude, die beispielhaft für 350 Jahre Dorfleben stehen. Auf dem Rundgang durch das idyllisch gelegene Gelände kann man außerdem viel Grün sowie große und kleine Haustiere entdecken.

Infos Freilandmuseum Fladungen

Das Museum ist in der Saison 2015 (Mittwoch, 1. April bis Sonntag, 8. November) täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Ausnahmen sind die Monate April, Oktober und November, an denen montags Ruhetag ist. Weitere Informationen gibt´s im Internet unter www.freilandmuseum-fladungen.de oder direkt beim Museum - Bahnhofstraße 19, 97650 Fladungen, Telefon: 09778 / 91 23 0, E-Mail: info@freilandmuseum-fladungen.de

 

Infos „Rhön-Zügle“

Fahrtage 2015: 3.5. („Technik-Tag“ im Freilandmuseum), 17.5. (Internationaler Museumstag) und 24.5. (Pfingstsonntag). Außerdem: 7.6., 21.6., 5.7., 19.7., 2.8., 16.8. und 30.8. (Abschlusstag Museumsfest) sowie    13.9. (Tag des offenen Denkmals) und 27.9. („Tipps und Tricks vom Gärtner“ im Freilandmuseum). Fahrkarten im Zug oder an der Museumskasse, Fahrplan und weitere Informationen im Internet unter www.freilandmuseum-fladungen.de oder direkt beim Museum - Bahnhofstraße 19, 97650 Fladungen, Telefon: 09778 / 91 23 0, E-Mail: info@freilandmuseum-fladungen.de

 

Infos „UnterfrankenShuttle“

Fahrtage 2015: 28.6. (Bieranstich im Freilandmuseum) und 29.8. (Auftakt Museumsfest im Freilandmuseum). Fahrplan und weitere Informationen im Internet unter www.erfurter-bahn.de oder direkt bei der Erfurter Bahn - Erfurter Bahn GmbH, Telefon: 0361 / 74 207 250, E-Mail: info@erfurter-bahn.de. Auskünfte erteilt auch das Museum.

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Das Freilandmuseum Fladungen ist im April 2015 von Dienstag bis Sonntag jeweils zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen gibt´s im Internet unter www.freilandmuseum-fladungen.de

 

 

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