Museum der Bayerischen Geschichte:

Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer legt den Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt in Regensburg

 

Regensburg, 22. Mai 2015. Historischer Akt für die Geschichte Bayerns: Am Freitag, 22. Mai 2015 wurde der Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt in Regensburg gelegt.

 

Ministerpräsident Seehofer: „Ein kultureller Meilenstein für Bayern nimmt Gestalt an: Der Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte ist gelegt! Im Jahr 2018, zum hundertjährigen Bestehen des Freistaates Bayern, werden wir ein Bayern-Museum mit einzigartigem Konzept eröffnen. Neben den historischen Wurzeln und der Geschichte Bayerns stehen hier vor allen Dingen die Geschichten der Menschen in Bayern im Vordergrund. Wir schaffen ein Mitmach-Museum, das die Bürger und ihre persönlichen Geschichten und Erlebnisse einbindet. Ein Museum in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt in Regensburg für alle, die Bayern lieben und für diejenigen, die unsere Heimat noch besser kennen lernen wollen!“ Bei der von Hans Weber, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamtes in Regensburg, moderierten Zeremonie der Grundsteinlegung wurde Ministerpräsident Horst Seehofer begleitet von den beiden Staatsministern

Dr. Ludwig Spaenle und Joachim Herrmann, Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs sowie von Dr. Peter Wolf, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, das die Federführung für die Konzeption des neuen Museums inne hat.

 

Festakt in der Minoritenkirche

Der Zeremonie der Grundsteinlegung ging ein Festakt in der nahe gelegenen Minoritenkirche voraus. Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle hob in seinem Grußwort den  modernen Ansatz des neuen Museums hervor: „Hier an der Donau, dem ehemaligen Sitz der Herzöge Bayerns, können wir heute mit dem Bau eines Museums beginnen, das vor allem die Geschichte des modernen Bayern im Blick hat. Es wird neben historischen Objekten modernste Museumspädagogik und modernste Instrumentarien nutzen, um die Vergangenheit nachzuempfinden. Das Museum der Bayerischen Geschichte in der Welterbestadt Regensburg wird uns so in besonderer und vielfältiger Weise das Werden Bayerns und das Leben der Menschen hier vor Augen führen und damit zugleich die Augen für die Zeit davor und für das Heute öffnen. Ich freue mich bereits auf die Fertigstellung.“

Staatsminister Joachim Herrmann bezeichnete den Bau des neuen Museums in der historischen Regensburger Altstadt als eine weitere städtebauliche Bereicherung. Der Neubau sei eine großartige Aufgabe für seine Bauverwaltung und deren Partner. Er entsteht nach einem Entwurf des Architekten Stefan Traxler aus dem Frankfurter Büro wörner traxler richter, der sich bei dem im Jahr 2013 durchgeführten Architektenwettbewerb unter mehr als 250 Teilnehmern durchsetzen konnte. „Die gut 67 Millionen Euro des Freistaats sind hier bestens angelegt. Damit geben wir nicht zuletzt auch der heimischen Bauwirtschaft einen beachtlichen Impuls und können mithelfen, Arbeitsplätze zu sichern“, betonte Herrmann. Aktuell seien zwei bayerische Firmen vor Ort tätig. Die Firma Gollwitzer aus Floß im Landkreis Neustadt an der Waldnaab habe die Tiefbauarbeiten schon weit vorangebracht. In den nächsten Wochen werde die Firma Riedel Bau aus Schweinfurt mit den Rohbauarbeiten beginnen. Bereits im Frühsommer 2016 solle das Richtfest gefeiert werden.

Für Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ist das Museum der Bayerischen Geschichte das Tüpfelchen auf dem i der kulturellen Landschaft der Stadt: „Aufgrund ihrer reichen Geschichte ist unsere Stadt genau der richtige Platz für solch eine Einrichtung. Ich bin mir sicher, dass das Museum Besucherinnen und Besucher aus nah und fern anlocken wird.“ Obwohl die Architektur des anfangs kontrovers diskutiert worden sei, glaubt Wolbergs fest daran, dass sich die Regensburger Bürgerinnen und Bürger an den neuen baulichen Akzent schnell gewöhnen werden: „Meiner Ansicht nach bedeutet das Museum eine Bereicherung für das Stadtbild.“

Bühnen für das moderne Bayern

 

Dr. Peter Wolf, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, erläuterte das inhaltliche Konzept des Museums der Bayerischen Geschichte: „Wir wollen erzählen, wie der Freistaat wurde, was er heute ist und was ihn so besonders macht.“ Im Zentrum werden das moderne Bayern und die Demokratiegeschichte stehen: „Bühnenhafte Aufbauten und Arrangements machen es möglich große und kleine Geschichten mit Objekten, Texten, Bildern, Tönen und Filmen zu uns sprechen zu lassen. Ein buntes, vielfältiges Angebot für die Besucher, das von der napoleonischen Zeit und den ersten bayerischen Verfassungen, der Industrialisierung, der Ausbildung des „Mythos Bayern“ zur Revolution von 1918 und zum Freistaat Bayern sowie den Ereignissen des 20. Jahrhunderts mit den Brüchen der NS-Zeit führt und Gegenwartsbezüge öffnet.“ Für Wolf ist dabei wichtig, dass das Museum einen historischen Anker bietet: „Wenn das neue Haus zu Diskussionen über Geschichte und Politik anregt, hat es einen wichtigen Teil seiner Aufgabe erfüllt. Widersprüche gehören dazu. Aber die gehören gerade auch in Bayern dazu, sie gehören geradezu zum Selbstbild.“

 

 

 

 

Museumskonzept, Baupläne, Münzen und Medaillen für die Zeitkapsel

 

Wichtiger Bestandteil der an den Festakt anschließenden Grundsteinlegung auf der Museumbaustelle am Donaumarkt war die Befüllung der Zeitkapsel, die in den Grundstein vermauert wurde. Neben der Regierungserklärung von Ministerpräsident Horst Seehofer aus dem Jahr 2008, in der er die Errichtung eines Museums für die bayerische Geschichte ankündigte, wurden Utensilien wie ein Münzsackerl für das finanzielle Fundament, USB-Sticks mit Museumskonzept und Bauplänen, die Urkunde zum Bauvorhaben sowie eine tagesaktuelle Zeitung beigegeben. Zusätzliche Besonderheiten waren die Bayerische Verfassungmedaille, die Inge Aures, Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags der Zeitkapsel hinzufügte, sowie eine eigens angefertigte Kunstmedaille mit Regensburger Stadtansicht, hinzugefügt durch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Nach dem Einmauern der Kapsel und dem gemeinschaftlichen Hammerschlag erfolgte durch den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und durch Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche, Regionalbischof im Kirchenkreis Nürnberg, die feierliche Segnung des Grundsteins.

 

Museum der Bayerischen Geschichte: Die  nächsten Schritte

Bis Mitte 2016 arbeitet das Haus der Bayerischen Geschichte am Ausstellungsdrehbuch für das neue Museum sowie am Ausbau der Sammlung der historischen Objekte. Der Abschluss der Arbeiten am Hochbau und der Beginn des musealen Ausbaus ist für 2017 vorgesehen. Die Eröffnung des Museums der Bayerischen Geschichte ist im Mai 2018 zum 100-jährigen Jubiläum des Freistaates Bayern geplant.

Das Museum der Bayerischen Geschichte wird sich neben den Bayerischen  Landesausstellungen zur zweiten großen Kernkompetenz des Hauses der Bayerischen Geschichte mit Sitz in Augsburg entwickeln. Seit über 30 Jahren zeigt das Haus in jedem Jahr ein neues Thema in einer anderen Region Bayerns. Ab 2018 kommt mit dem Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg eine feste Station hinzu.