"Hohe Straße und Bayreuth"

 

Hohe Straße: Frankfurt - Würzburg - Bamberg - Hollfeld - Bayreuth - Seulbitz - Eger

 

Der Verlauf der "Hohen Straße" im Bayreuther Raum war seit frühester Zeit folgender:

Über die "Mistelbach-Furt" (Baierrute - Alltenstat) durch das heutige Bayreuth (bis zum heutigen Marktplatz), möglicherweise über die heutige Badstraße (ehemals: Ziegelgasse) erschloß sie das frühe Zentrum Seulbitz, um dann über das heutige Bayreuth - St. Johannis nach Bindlach zu gelangen.

Bekanntlich lagen an "Hohen Straßen" königliche Quatier- und Versorgungsstützpunkte - die sogenannten "Königshöfe". Auch im Bayreuther Raum läßt sich solch ein früher Königshof feststellen. Im Diplom Konrads II. vom 6. Juni 1035 wird der Königshof Silewize (Bayreuth-Seulbitz) erwähnt. Ferner finden wir auch in der Andechser Phase eine interessante Urkunde von Bischof Otto I. von Bamberg vom 25. Mai 1137, der damals dieses ehemalige Königsgut von Luitpold de Cirkendorff für die Erstausstattung der Zelle St. Getreu / Bamberg erworben und Graf Berthold II. von Andechs-Blassenberc zur Beschützung (Vogtei) überlassen hatte. Durch diese Urkunde erfahren wir, daß zum Königsgut Siedlungsstellen, Gebäude, bebautes und unbebautes Land, Wiesen, Weiden, Wälder, Jagden, Wege, unwegsames Gebiet, Ausgänge und Zufahrten, fließendes und stehendes Gewässer sowie Bienenkörbe, Wasserstauungen, Mühlsteine, Mühle "Grunowa" (Bayreuth-Grunau), Fischereianlagen usw. gehörten.

Aufgrund dieser Tatsachen ist anzunehmen, daß der Königshof Silewize (Seulbitz) mit seinen umfangreichen Besitzungen, den man als "Zentralort" im Bayreuther Raum bis zur Andechser Phase bezeichnen kann, schon vom Beginn seines Bestehens an wegerechtlich mit der "Hohen Straße" (Bamberg - Eger) erschlossen war.

Durch die Andechser Grafen wurde dieses Zentrum weiter vergrößert. In der Königsurkunde DD Lotharii III. Nr. 20 wird der Nachbarort Stokha (Bayreuth-Stockau) mit dem ehemaligen "Laimbacher Hof" erwähnt. Die Orte Stockau (Andechser Gehöft), Seulbitz (ehem. königliches Gehöft) und Grunau (Mühlenrecht) wurden in der Andechser Ära (bis ca. 1245) somit ein gemeinschaftliches grundherrschaftliches Verwaltungs- und Versorgungszentrum.

 

 
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