Wo lag Trebgast der Grafen von Andechs-Meranien?
Früherer Forschungen:
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Ergebnisse der archäologischen Nachforschungen von Dr. Abels und Dr. Losert (AO, 63. Band, S. 9-16, Bayreuth 1983) ergaben, dass hier Tatsachen ganz klar verkannt und, ohne die archäologischen Ergebnisse abzuwarten, eigene Vermutungen ungeprüft veröffentlicht wurden.
* "Trebgast - das Lehen" (Landbuch A von 1398)
* "Trebgast auf dem Hofe" (= das Gehöft Trebgast, 1398) In diesem Gehöft lebten zu jener Zeit Muntmänner. Sie sind noch bis etwa 1450 in Trebgast (Ort St. Johannis) nachweisbar. Im Landbuch von 1499 sind sie jedoch nicht mehr verzeichnet
* "Imhoff zu Altentrebgast auf'n Hoff" (= Erste Nennung von Altentrebgast, 1479/1488 !!!) Im Jahr 1441 wurde ein "Burckstal" erwähnt, den die Familie Imhoff ausbaute. Dieser Burgstall wurde im Jahre 1499 "de Poppenburk" genannt.
Das Gehöft "Trebgast auf'n Hoff" erlebte erst durch den Erwerb der Familie Imhoff etwa um 1441 einen Aufschwung. Zu seinem Lehen Colmdorf (bei Bayreuth), das Johann Imhoff der Ältere aus Kulmbach 1422 erhalten hatte, bekam er im Jahre 1441 die Belehnung für das Gehöft Trebgast. Sein Sohn Martin Imhoff erhielt 1451 die Belehnung auf einen Hof zu Trebgast. Die Familie Imhoff baute sich nun aus dem "Burckstal" einen Familiensitz, der im Jahre 1538 im Landbuch als "Neues Schlösschen" und um 1540 auch als "Ritterbehausung" bezeichnet wird. Georg Imhoff, der aus dem Beamtenstand aufgestiegene Schlossherr, schuf mit dem neuen Familiensitz sich und seiner Familie 1557 einen neuen Namen. Er nannte sich ab 1576: "Ich, Georg Imhoff zu Altentrebgast auf'm Hoff, itzt Sanct Johanns genannt".
Anmerkung: "Sanct Johanns" deutet auf einen Kirchenbau der Imhoffs hin. Die spätere Bezeichnung "Altentrebgast" trat nur in Verbindung mit der Familie Imhoff auf.
Als im Jahre 1149 Kaiser Konrad III. auf dem Fürstentag zu Forchheim den Streit zwischen dem Bistum Bamberg und den Grafen von Andechs schlichtete, wurde in den Giechburg-Verträgen festgehalten "Vetus Trebegast non aedificabitur in castrum", was bedeutete, daß die bestehende Trebgast nicht CASTRUM werden durfte. Dieses Trebegast (zwischen Kulmbach und Castrum Pretzendorff / Himmelkron) war bereits 1035 eine frühe Burganlage der Walpoten gewesen.
Erkennbar ist auch, daß dieses Trebgast (bei Kulmbach) zu einem beachtlichen Ort heranwuchs. Es hatte bereits vor 1398 einen gemauerten Turm, 1 Bergfried, 3 Behausungen, 5 Höfe und etliche Güter, 10 Gütlein, 5 Seldengüter, 16 Zinsselden, 1 Mühle und 1 Schenkstatt (Schenke und Unterkunft). Diese Trebgast der Grafen von Andechs-Meranien wurde 1220 ein kirchlicher Ort (Eigenkirche), wo insgesamt 4 Chorherrn residierten. Ein von den Andech-Meraniern Otto VII. und seinem Bruder Markgraf Heinrich von Dießen geschlossenes Abkommen bestimmte, daß das Hauskloster Diessen/Ammersee jährlich 1 Mark Gold für die Unterhaltung der Eigenkirche erhielt.
Es ist anzunehmen, daß diese Burganlage um einen Handelsplatz vergrößert werden sollte, jedoch ohne Zustimmung des Bamberger Bischofs; denn für das Bistum Bamberg war besonders die strategische und wirtschaftliche Lage der Anlage Trebgast problematisch, da sie sich durch ihre Nähe zur Furtstelle an der Mündung des Trebgastbaches in den Weißen Main an zwei wichtigen Altstraßen befand.
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