Erster feldmäßige Kartoffelanbau in Bayern

Erste Hinweise 1647 aus dem oberfränkischen Pilgramsreuth

(Stadt Rehau)


 

 

"Um 1647 begannen in Pilgramsreuth Hans Rogler und andere Bauern s

systematisch mit dem Feldanbau der Kartoffeln"

Die Bronzeplastik auf einem Sockel mit aufrecht gestelltem Bauersmann mit Kartoffelgrabegerät

und der knieenden Bäuerin mit Kartoffelkorb vor sich im bäuerlichen Gewand des 17. Jahrhunderts,

würdigt den bisher bekannten frühesten Kartoffelanbau in Bayern,

der nach derzeitigem Erkenntnisstand zugleich auch der früheste in Deutschland gewesen sein dürfte.

 


Die Kartoffel brachte der Pilgramsreuther Bauer Hans Rogler in das Dorf und baute sie hier an, mußmaßlich schon vor 1647, denn nach Zeugenaussagen vor dem Hofer Landrichter (1694 - 1698) kannte man "die Erdäpfel" als Nahrung schon 1647. Hans Rogler lernte die Kartoffel in Roßbach (heute CSFR) kennen, wo Verwandte wohnten. Ein holländischer Soldat soll einige Knollen nach dort gebracht haben.

In nur knapp fünf Jahrzehnten, von 1647 bis 1694, dem Jahr über das ein Anbauverzeichnis für Pilgramsreuth vorliegt, nahm hier der Kartoffelanbau dermaßen zu, daß noch vor der Jahrhundertwende ein Jahresertrag von 1.300 Zentnern aus über 700 Beeten, die mehr als 14 Tagwerke ausmachten, erzielt wurden. Hinzurechnen wären noch die Erträge aus den 20 Gartenbeeten, die jeder der etwa 60 Landwirte im Dorf vorwiegend mit "Erdäpfeln" bepflanzte, und zwar von Anfang an, weil diese Gärten, anders als die Felder, von alterhers zehntfrei gewesen sind.

Diese Entwicklung geschah in einer Zeit in der andernorts lediglich über vereinzelte Anbauversuche, über die Pflanzung in botanischen Gärten und an Fürstenhöfen berichtet ist, auch nahezu 100 Jahre vor der Zeit, in der dann Friedrich II., der Große, in Preußen seine bekannte Anordnung zum Kartoffelanbau erließ (1754-1756).


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