Archidiakonate und Landdekanate


Das Bistum Bamberg war bis ins 16. Jahrhundert in vier Archidiakonatssprengel eingeteilt. Diese Einteilung geht wie bei Würzburg und Eichstätt nicht auf die Anfänge des Bistums zurück. Die im 11. Jahrhundert vereinzelt auftretenden Archiprespyteri waren Vorsteher der Geistlichkeit an der bischöflichen Kathedralkirche.

Die Errichtung der Archidiakonate - es sind Bezirke, in denen Visitation, niedere Gerichtsbarkeit und Gesetzgebung auf den Klerikersynoden im Auftrag des Bischofs ausgeübt wurden - fällt in die Regierungszeit und Organisationstätigkeit Bischof Ottos I.

1177 sind die drei Archidiakonate Nürnberg, Hollfeld und Kronach sicher belegt, vier Bezirke - mit Bamberg und Umgebung in der Jurisdiktion des Domdekans - seit dem Steuerregister von 1421.

 

Die ursprüngliche Aufgabe der Unterstützung der bischöflichen Jurisdiktionsvollmacht verloren die Archidiakone im 14. Jahrhundert zugunsten der Landdekane, so daß ihnen nur die Einführung der Geistlichen in ihre Pfründen verblieb. Das Amt des Archidiakons übten von Anfang an ausschließlich Domkanoniker aus. 1398 ging dieser Rechtsanspruch in die Wahlkapitulationen der Bischöfe über.

Zur Aufbesserung der Einkünfte der drei Archidiakonate - außer Bamberg - wurden ihnen Pfarrkirchen inkorporiert. So erhielt der Archidiakonat Nürnberg 1361 Eggolsheim, Hollfeld und Gößweinstein überwiesen. Obwohl Eggolsheim außerhalb des Archidiakonats Nürnberg lag, wurde dieses in "Ickelsheim", bzw. Nürnberg-Eggolsheim umbenannt.

   


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