Archäologische Erkenntnisse

zur Kirche von Amlingstadt


Wie wir uns diese alten, weit vor der Jahrtausendwende erbauten Kirchen vorzustellen haben, zeigen uns die 1970 - 72 in Amlingstadt vorgenommenen Ausgrabungen.

Die erste, im Begräbnisplatz der Siedlung errichtete Kirche, eine Saalkirche mit halbrunder Apsis, war nur 12,5 m lang und 8,5 m breit. Über einem in die Erde gelegten Fundament aus großen Bruchsteinen zogen sich die Mauern, ebenfalls aus Bruchsteinen 4,5 m bis zur Dachtraufe hoch. Das Gebäude war mit Stroh oder Holzschindeln eingedeckt; der Fußboden bestand aus einer dünnen Mörtelschicht und Holzdielen.

Von gleicher Größe war die zweite, noch in vorromanischer Zeit erbaute Kirche. Nur die Sandsteinmauerwände waren innen flächig überspitzt und mit einer Kalkmörtelschlempe in weißlicher bis beiger Tönung überzogen. Das Dach war bereits mit Ziegeln gedeckt.

Die dritte, im 13. Jahrhundert entstandene Kirche war größer (16,5 - 9,3m) und aus gleich hohen behauenen Sandsteinquadern dauerhaft gebaut. Auch diese Kirche war eine Saalkirche mit großem Rechteckchor (3,5 - 6 m) und zusätzlicher Apsis. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm.

Über 600 Jahre blieb das romanische Langhaus der Amlingstädter Pfarrkirche erhalten. Lediglich im Spätmittelalter wurde zwischen 1421 und 1442 der 36 m hohe Turm errichtet und im Osten das Presbyterium durch einen fast quadratischen Rechteckchor ersetzt. Erst 1970 - 72 wurde die Kirche in heutiger Form erweitert.


 

 

Amlingstadt

Rekonstruktion der verschiedenen Kirchenbauten

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