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Kaiser Otto II. und Theophanu |
Immer wieder hat es in der Geschichte Zeiten gegeben, die von Umbrüchen und raschem Wandel gekennzeichnet waren. Immer wieder haben sich aus dem Zusammenbruch neue Ordnungen entwickelt, haben Menschen unter den Veränderungen gelitten, mit ihnen gerungen oder von ihnen profitiert.
Das ausgehende 9. und 10. Jahrhundert war eine solche Zeit des Umbruchs und der Erneuerung. Europa machte eine der schwersten Krisen seiner Geschichte durch. Herrscher wechselten einander in schneller Folge ab. Mächtige Adelsfamilien führten untereinander blutige Kriege. Auch die Kirche büßte ihre geistliche Autorität mehr und mehr ein und wurde durch innere Wirren zerrüttet.
Zur Auflösung im Innern kam die Bedrohung von außen. Von Norden drangen die Normannen bis in das Innere des Reiches vor und richteten überall grauenvolle Verwüstungen an.
Fast gleichzeitig überfielen die Ungarn Mitteleuropa. Die Gefahr ihrer Angriffe verringerte sich erst nach dem Sieg Ottos des Großen auf dem Lechfeld im Jahre 955, um dann mit der Gründung des christlichen Königreichs Ungarn um 1 000 endgültig beendet zu sein. Die Sarazenen schließlich bildeten eine ständige Gefahr für Südfrankreich, Italien und das byzantinische Reich. Nur innere dynastische Auseinandersetzungen verhinderten damals ein weiteres Vordringen des Islam in Europa.
Nach alledem setzt um die Mitte des 10. Jahrhunderts unter Otto dem Großen ein Neubeginn ein. Die äußeren Gefahren werden gebannt, und mit dem allgemeinen Wiederaufbau entsteht eine politische Ordnung, die den Gang der Geschichte auf Jahrhunderte bestimmt. Unter Otto dem Großen gewinnt Europa eine neue Gestalt: Die Grundlage der heutigen europäischen Staatenwelt entsteht.
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