Zeugnisse des Deutschen Ordens


Wenn man will, kann man die Geschichte des Deutschen Ordens mit drei Jahreszahlen "erledigen":

1196 - Gewährung der Ordensregeln durch den Papst Cölestin III.,

1198 - Umwandlung in einen Ritterorden

1809 - erklärt Napoleon den Orden in den Rheinbundstaaten für aufgelöst.

Damit hört der Deutsche Orden in Deutschland praktisch auf als Ritterorden zu bestehen. Als geistlichen Orden gibt es ihn heute noch. Doch was liegt in den 600 Jahren seines Bestehens drin an Dramatik, denken wir nur an die Besiedelung des deutschen Ostens? 1526 entschloß sich der katholisch gebliebene Teil des Ordens, seinen Sitz nach Mergentheim zu verlegen. Die Ballei Franken, wichtigste Stütze des Ordens, hörte 1789 wohl auf zu bestehen, doch bildete das Oberamt Ellingen eine tragende Säule. Somit spannen sich viele Fäden vom Orden zum Frankenland, sei es durch Patronatsrechte, Güter, Komtureien oder wichtige Persönlichkeiten des Ordens, die aus Franken hervorgingen.


Nürnberg

Hier bestand einst eine der mächtigsten Kommenden des Ordens. Von Kaiser Otto IV. erhielt er um 1208 die Jakobskirche, 1216 die Burgkapelle und später ein Hospital. Ein Nachfolgebau der St. Jakobskirche wurde erst um 1500 vollendet und weist heute noch einige Aufschwörschilde und Grabmäler von Ordensrittern auf. Die danebenliegende St. Elisabethkirche, ein klassizistischer Bau (1785 - 1905). Die 50 m hohe Kuppel wird bekrönt von einem goldenen Deutschordenskreuz.

 

Ellingen

Das prächtige Schloß, einst Sitz des Landkomturs der Ballei (= Unterbezirk) Franken, zählt zu den schönsten Deutschordensbauten, die sich erhalten haben. Es entstand 1711 - 52. Im Schloß befindet sich das Deutschordens-Museum.

 

Dinkelsbühl

Dort befindet sich ein ehemaliges Deutschordensschloß (1760 - 64)

 

Wolframs-Eschenbach

Ehemaliges Deutschordensschloß (jetzt Rathaus) 1623 als Niederlassung des Komturs errichtet. Ehemalige Ordensvogtei, ein Fachwerkbau (17 Jh.).

 

Virnsberg (Markt Flachslanden)

Nachdem die drei Söhne des Nürnberger Burggrafen Konrad V. Ordensritter geworden waren, schenkte er die mächtige Burg samt Umland 1294 dem Orden zur Bildung einer Kommende. Sie blieb bis 1806 Komturei (als katholische Enklave!). Seit 1532 unterhielt der Orden dort ein Spital (jetzt Schulhaus). Das Fronhaus (Gefängnis, Nr. 31) trägt das Wappen des Haus.

 

Sondernohe (Markt Flachslanden)

Barocke Deutschordenskirche (1777/891). An der Ostseite des Turmes drei Deutschordenswappen.

 

Creglingen-Archshofen

Die Burg wird bereits 1290 als Ordenssitz erwähnt. Sie diente von 1312-70 als Komturei. Nach Zerstörung der Burg wurde an ihrer Stelle ein Ordensschloß gebaut (16. Jh.).

 

Bad Mergentheim

Der Ort zählt zu den ältesten deutschen Kommenden. Sie wurde 1340 mit Erlaubnis des Kaisers Ludwig des Frommen zur Stadt erhoben und spielte bald eine entscheidende Rolle in Franken. 1525, als der Orden seine Ländereien im osteuropäischen Raum eingebüßt hatte, ließ sich hier der Hoch- und Deutschmeister nieder. Bad Mergentheim blieb danach über 300 Jahre Zentrale des Ordens in Deutschland.

Das Deutschordensschloß entstand 1565-74. Die Schloßkirche zum Teil nach Entwürfen von Balthasar Neumann und Francois Cuvillies erbaut. In der Gruft die Gräber von mehreren bedeutenden Hochmeistern. Ferner befinden sich Epitaphien von Ordensrittern in der Stadtpfarrkirche St. Johannes, der ehemaligen Dominikanerkirche St. Maria und in der Kapuzinerkirche. Am Marktplatz steht der sog. Milchlingsbrunnen mit dem Standbild des Hoch- und Deutschmeisters Wolfgang Schutzbar, genannt Milchling.

 

Würzburg

Um 1226 baute der Orden in Würzburg die Deutschhauskirche, eine Kleinod der fränkischen Frühgotik mit einer daneben liegenden Komturei (jetzt Flurbereinigungsamt).

 

Münnerstadt

Komturei (17.Jh.), das sog. "teutsche Haus", zu der auch die Stadtpfarrkirche gehörte. Deutschordensschloß.

 

 

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