Die Entstehung der Alexandersbader Stahlquelle


Auf der Luisenburg sammelte einst eine alte Frau Holz. Es fiel ihr schwer, da sie sehr von der Gicht geplagt war. Da kam plötzlich aus einer Felsengrotte ein Zwerg auf sie zu. Er fragte, ob sie keine jüngere Kraft habe, die ihr diese Arbeit abnehme. Sie verneinte unter Tränen. Denn ihre beiden Söhne hatte der Feind im Krieg erschossen, und ihr Mann war längst tot.

Da gab ihr das kleine Männchen einige verhutzelte Holzbirnen. Es befahl ihr zugleich, diese gut aufzuheben. Dann drückte es ihr eine Rute in die Hand und hieß sie damit eine bestimmte Stelle zu suchen. Dort fände sie eine Quelle, von der sie trinken solle. Dankend wollte das Mütterchen dem kleinen Männchen die Hände küssen, aber dies war verschwunden.

Die alte Frau fand auch mit der Wünschelrute die verheißene Quelle und tat genau, wie ihr geheißen. Je öfter sie von dem heilsamen Wasser trank und ihre Hände darin badete, desto gesünder wurde sie. Neues Leben durchflutete ihren Körper und ihre alten Hände wurden so gelenkig wie in jungen Jahren.

Als der erste Schnee fiel, holte sie ihre Holzbirnen aus dem Strohsack, um sie zu essen. Doch die Birnen hatten sich in Gold verwandelt. Hochbeglückt trug sie ihren Schatz zu einem Goldschmied nach Wunsiedel, der ihr dafür 3000 Kronentaler auszahlte. Die dankbare Frau vergaß in ihrem Glück weder die Armen noch das segenspendende kleine Männchen. Sie ging noch oft nach der Luisenburg und wollte ihm danken, aber sie hat es nie mehr gesehen.

Die Quelle mit dem heilsamen Naß wurde später zum Wohle der Menschheit gefaßt und ist heute noch unter dem Namen "Alexandersbader Stahlquelle" bekannt.

 

zurück