Der Fähnleinsbrunnen von Busbach


Am Fuße des Petersbergleins bei Busbach entspringt eine kräftige Quelle. Sie trägt den Namen "Fähnleinsbrunnen" und war nachweislich im Mittelalter als Heilquelle das Ziel von Wallfahrten. Ihren Namen verdankt sie der Sage nach (1.Version) Wallfahrern, die mit mancherlei Kirchenfahnen und Bannern hierher kamen, um Gottes Segen und der Erden Heil und Gesundheit zu erlangen.

Ob dabei der Begriff "Fähnlein" auf die mitgeführten Fähnlein oder auf die Gruppen, die sich selbst als Schar ein Fähnlein nannten, zurückzuführen ist, bleibt nachrangig von Bedeutung.

Interessant hingegen ist eine 2. Version, auf die der frühere Pfarrer Böhm von Busbach verweist:

Danach geht die Sage, daß Busbach bereits lange Zeit vor der Reformation ein weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannter Wallfahrtsort war. Selbst der Name "Busbach" verweise darauf. Sowohl Heinrich II. (1007) als auch Heinrich IV: (1077) sollen wallfahrend in Busbach gewesen sein. Heinrich IV. soll bei seinem Bußgang nach Canossa mit einer Abteilung Soldaten, die man damals "Fähnlein" nannte, durch Busbach gezogen sein. In der Nähe der Heilquelle hätte der König mit seiner Begleitung gelagert und Kräfte für den weiten Weg nach Rom geschöpft, denn dorthin glaubte man, daß man ziehen müsse. Von der späteren Wegabkürzung (Canossa liegt wesentlich näher als Rom; hierher kam der Papst dem König entgegen) wußte man zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Für Rompilgerfahrten aber war schon vor Heinrichs Zeit Busbach Anlaufstelle und Zwischenstation.

 

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