Die Schlangenkönigin

Moritzbrunnen bei Leutenbach


Im warmen Moritzbrunnen bei LEUTENBACH hat eine Schlangenkönigin ihr Sommerquartier.

Einmal wollte ein Gänsehirte von Leutenbach ihr das Krönlein rauben. Er hütete am Moritzbrünnlein seine Gänse. Täglich sah er, wie sie zur Quelle hinschlich. Einmal erspähte er sogar den abgelegten Schmuck, der auf dem weißen Linnen funkelte und glitzerte. Er griff hastig nach dem goldenen Krönlein und wollte damit entfliehen.

Aber da schnellte auch schon die Schlange aus der Quelle. Sie pfiff mehrmals gellend und durchdringend. Und schon kamen alle Schlangen im Umkreis herbei, mit einer Schnelle, die man ihnen nicht zugetraut. Sie verfolgten den Gänsebuben, spien Gift auf ihn und zerbissen ihm Hände und Gesicht. Der Überfallene riß das Tuch mit dem Diadem aus der Tasche und schleuderte den Raub in hohem Bogen von sich. Sogleich zogen sich die Ottern zurück.

Die Königin setzte ihr Krönlein auf und verschwand mit ihrem Gefolge. Der Gänsehirte aber mußte seinen Frevel mit dem Tode büßen. Er starb an den giftigen Bissen, die ihm die Schlange zugefügt hatte.

 

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