Der Neuhofer Kindleinsbrunnen


Unterhalb des Pferchhofes bei Neuhof befand sich früher ein Brunnen, dessen Wasser besondere Kräfte zugeschrieben wurden.

An einem Sonntagmorgen lief ein Althaidhofer Bauer zu diesem Brunnen, um Wasser für die Nottaufe seines neugeborenen Kindes zu holen. Aber wie erschrak er, als er auf dem Brunnenrand eine Frau in weißen Kleidern sitzen sah; hinter ihr schwamm auf dem Wasser ein Kindlein, das sich nicht bewegte, aber auch nicht unterging. Schon wollte er davonlaufen, als die fremde Frau ihn freundlich ansprach. "Nimm dieses Kindlein", sagte sie, "es ist schon getauft. Dann fülle deinen Krug mit Wasser! Taufe dein eigenes Kind damit, und es wird gesund werden!"

Verwirrt und betroffen holte der Bauer das fremde Kind aus dem Wasser. Dann füllte er seinen Taufkrug. Als er sich aber nach der fremden Frau umdrehte, war der Platz, wo sie gesessen hatte, leer. Bestürzt eilte er mit dem fremden Kindlein und dem gefüllten Krug nach Hause. Dort taufte er das Neugeborene, und was niemand für möglich gehalten hätte, das Kind wurde gesund. Der Bauer nahm das fremde Kind ganz bei sich auf, und damit war das Glück in sein Haus gekommen. Weder Krankheit noch Not suchten ihn je heim, und er lebte zufrieden bis an sein Lebensende.

 

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