Die Heilquelle der Frau Idisa


Um die Quelle der Itz und den Flußnamen rankt sich folgende Sage:

Der Vater einer Familie, die in einem Dörfchen nahe der Itzquelle wohnte, war gichtbrüchig. Er konnte kaum noch gehen, um Geld zu verdienen und seinen Kindern Brot kaufen zu können.

Sein kleiner Sohn Elis hatte an einem schönen Sonntagmorgen von der Mutter die Erlaubnis bekommen, durch die Natur zu streifen. In der Nähe der Quelle legte sich der Knabe in das weiche Moos und schlummerte ein. Da träumte er, aus der Quelle kämen Nixen hervor, tanzten im Kreis und sangen dazu. Plötzlich verstummte der Gesang und aus dem geteilten Felsen trat eine wunderschöne Frau hervor. Sie war weiß gekleidet und von einem zarten Schleier umhüllt. Und sie sagte Seltsames: " Wer aus der Quelle trinkt, der wird gesund. Ich aber werde dadurch erlöst!"

Die Frau, die sich selbst Idisa nannte, ging auf ihn zu und dankte ihm, der von dem Zauberquell gehört hatte, für ihre Erlösung. Unter freundlichem Zuwinken zogen sich die Nixen zurück und verschwanden in der Felsspalte. Schnell wollte Elis die Hand von Frau Idisa ergreifen, da erwachte er.

Rasch machte er sich auf den Heimweg, um den Eltern und Geschwistern den wunderbaren Traum zu erzählen. Gemeinsam mit Elis machte sich der kranke Vater auf zur Quelle. Und siehe da - nachdem er von dem frischen Quellwasser getrunken hatte, fühlte er sich wunderbar erfrischt und an Leib und Seele gestärkt. Er warf die Krücken fort, denn plötzlich brauchte er sie nicht mehr.

Seine rasche Heilung sprach sich schnell herum, und bald kam ein reicher Mann aus der Gegend von Würzburg. Auch er badete in der Quelle und wurde gesund. Eines Tages ließ ein geschäftstüchtiger Mann die Quelle einfassen, um für das Wassertrinken Geld verlangen zu können. Da wanderte ein armer Bettler hinauf, um auch Heilung zu finden. Aber er durfte trotz inständigen Bittens keinen Schluck trinken. Da stieß er einen fürchterlichen Fluch aus. Aus der Quelle rauschte jäh viel Wasser hervor und spülte die Einfassung fort. Dem Wasser aber, als es wieder stille geworden war, fehlte fortan die Heilkraft.

Heut noch liegt gleich unterhalb der Itzquelle das Dörflein Stelzen. Sein Name mag davon herrühren, daß viele leidende Menschen einst hier Heilung fanden, ihre Krücken, Stelzen und Stöcke wegwarfen und gesund den Heimweg antreten konnten.

Noch 1830 wurden auf dem Dachboden der Kirche in Stelzen die Krücken der Leute aufbewahrt, die einst hier von ihrer Krankheit genesen waren.

 

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