Der Kriegsbrunnen bei Untersteinach


In der Zeit, als vom Westen her Franken in das von slawischen Völkerschaften bewohnte Gebiet um Bindlach eindrangen, kam es zu einem Kampf, den die Slawen verloren.

Der slawische König floh zum Oschenberg, wo sein Volk den Göttern geopfert hatte, um bei der heiligen Quelle jenseits des Berges Zuflucht zu finden. Doch die Quelle war versiegt. Das nahm er zum Zeichen, daß ein weiterer Widerstand aussichtslos sei, und wollte sich ergeben. Er wurde aber von den nachfolgenden Franken, die seine Absicht nicht erkannten, erschlagen.

Dort jedoch, wo am Kriegsbrunnen das Leben des Königs endete, sproßt alle hundert Jahre einmal eine weiße Lilie, eine Wunderblume. Sobald es am Johannistag vom Nemmersdorfer Kirchturm Mitternacht schlägt, kann ein Sonntagskind die Blume sehen und pflücken. Mit ihrer Hilfe läßt sich dann der Zugang zum sagenumwobenen Schatz der Slawen unter der Königsheide finden.

Nach wie vor fließt das Wasser des Brunnens. Nur wenn dem Land ein neuer Krieg bevorsteht, schwindet es oder rinnt schwach. Davon bekam es im Volksmund den Namen "Kriegsbrunnen".

 

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