Der Wunderbrunnen von Warmensteinach


Als die Stadt Bayreuth Anfang dieses Jahrhunderts ihre Wasserleitung legen ließ, entdeckte man in der Nähe von Warmensteinach unter Geröll und Erde einen alten Brunnen. Da erinnerte man sich der Erzählungen, die im Volke von einem Wunderbrunnen umgingen.

Er soll lange Zeit vorher berühmt gewesen sein. Tatsächlich war die entdeckte Quelle in der Mitte des 17. Jahrhunderts ein Anziehungspunkt für Heilungsuchende aller Art gewesen. Sie war bekannt geworden, nachdem die fromme Witwe Anna Hermann aus Warmensteinach durch das Trinken des Quellwassers in kurzer Zeit ihre Gicht verloren hatte.

Der Sage nach träumte die Frau in der Nacht von einem Engel, der sie aufforderte, von dem Quellwasser zu trinken, das in der Nähe der damaligen Schneidmühle beim heutigen Pfeiferhaus zu Tage trat. Die Frau, die ihre Krankheit schon lange erfolglos behandelt hatte, befolgte den Rat.

Tatsächlich half ihr das Wasser und befreite sie von ihrer Krankheit. Bald kam die Quelle, der sogenannte "Heilbrunn zu Warmensteinach", häufig auch "Wunderbrunnen von Weidenberg" genannt, in den Ruf, Heilkraft zu besitzen. Und so kamen Kranke von weit und breit und sollen tatsächlich Hilfe für ihre Krankheiten gefunden haben. Sogar die markgräfliche Familie erschien am 9. Juli 1660 in Warmensteinach. Nahe der Quelle wurde eine Kanzel aufgestellt, und ein Pfarrer hielt zweimal in der Woche Gottesdienst. Der steinerne Opferstock (er steht heute vor der evangelischen Kirche zu Warmensteinach) brachte so viel Geld ein, daß für die Weidenberger Kirche zwei große Glocken angeschafft werden konnten.

Der Bayreuther Stadtphysikus Dr. Adam Schaffer gab 1660 eine ausführliche Beschreibung des Wunderbrunnens. Darin führte er auch aus, daß die chemische Analyse keinerlei heilend wirkende Bestandteile ergeben hätte. Es sei deshalb eine übernatürliche Kraft als Ursache der Heilung anzusehen, die bei allen Arten von Krankheiten festgestellt wurden.

 

zurück