Diesen Osterbrauch finden wir in Franken und auch in den sorbischen Landen

 

Osterwasser


 

 

Diese Zeremonie in der Nacht zum Ostersonntag war besonders geheimnisvoll:

Es geschah in der Nacht bis Sonnenaufgang. Jungfräuliche Mädchen schöpften mit einem Tonkrug Wasser aus einem fließenden Gewässer. Schweigend zog man zum Gehöft. Der Zauber der Osternacht durfte nicht durch Sprechen gestört werden. Wer sich bei Rangeleien an Brunnen oder Quelle zu einer Lautäußerung verleiten, oder gar von albernen Jungen zum Kichern oder Kreischen verführen ließ, der brachte nach dem Volksglauben nur noch wertloses "Plapperwasser" nach Hause.

Dann wuschen sie sich mit dem Wasser Gesicht und Hals, denn das Osterwasser verleiht dem Gesicht für das ganze Jahr Schönheit und Frische. Das Vieh wurde besprengt, weil Osterwasser Krankheiten fernhält.

Der Begriff "Plapperwasser" ist bei den Franken und auch bei den Sorben/Wenden bekannt.

 

 

 

Osterwasser bei Franken und Sorben/Wenden

 

Osterwasser sollte:

- vor Ausschlag bewahren

- eine schöne fleckenlose Haut geben

- Schönheit verleihen

- eine reiche und gute Ernte ohne Hagel, ohne Feuerschaden, ein Jahr ohne Not versprechen, wenn man es richtig anwandte.

 


In fernen Zeiten wurde der Osterbrunnen nahe Wallenbrunn bei Seybothenreuth von den Bewohnern der umliegenden Ansiedlungen jeweils am Osterfest besucht. Ein Trunk von diesem Brunnen galt als heilkräftig und glückbringend. Der Aufbruch mußte vor Sonnenaufgang erfolgen, und mit niemandem durfte ein Wort gesprochen werden. Bei Ankunft am Brunnen wurden zuerst die Hände und dann das Gesicht gewaschen. Dann wurde ein Tonkrug mit frischem Wasser gefüllt, das Gesicht der aufgehenden Sonne zugewendet und langsam getrunken.  

 

 

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