Plan
Museum
Schloss
Pavillon
Labyrinth
Säule
Kaskaden
Katakombe
Turm
Kapelle
Strohhütte
Weiher
Steinbänke
Steine
 

 

 Kaskade, Altan und Neptunbrunnen

 

In der Mitte des Brunnens auf Muscheln thronend Neptun mit zwei Tritonen auf Rössern.

Davor Putto mit Fischleib und rückseitig zwei Delphine mit einer Nixe.

Diese Figuren sind von hoher künstlerischer Qualität.

Vermutlich wurden sie um 1775 auf Veranlassung Friederikes, Tochter der Wilhelmine, in den Park Fantaisie gebracht.

Zum Schloß führt eine seitlich geschwungene Treppe zur Plattform mit Balustrade.

 


 

 

 

Nach über 150 Jahren fließt das Wasser wieder in den Kaskaden der Parkanlage von Schloss Fantaisie. Aus Fontänen und den Mündern von steinernen Fabelwesen sprudelt munter Wasser und plätschert eine Gerölltreppe hinab.

Kaum vorstellbar - noch vor vier Jahren verbargen sich die Reste der Wasserspiele unter einer dicken Schicht von Erde und Grünbewuchs. Ursprünglich stammen die Kaskaden aus der Rokokozeit. Sie wurden zwischen 1769 und 1776 im Auftrag von Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg errichtet.

Ihr Erbe, Herzog Alexander Friedrich Wilhelm von Württemberg, erweiterte einige Jahre später die Parkanlage. Den Kaskaden hingegen maß er weniger Bedeutung zu. Bewusst ließ er sie zwischen 1840 und 1850 mit Erde überdecken. So schlummerten sie über 150 Jahre vor sich hin.

Nach archäologischen Voruntersuchungen wurden im Laufe des Jahres 2001 die Restbestände der Anlage weitgehend freigelegt. Anhand des vorgefundenen Bestandes und unter Heranziehung von Ergebnissen der Archivrecherchen war aus garten- und baudenkmalpflegerischer Sicht zu entscheiden, in welchem Umfang die Kaskade instand gesetzt, ob bzw. wie sie rekonstruiert oder gar wieder in Betrieb gesetzt werden kann.

Das Bayerische Finanzministerium entschied sich unter den verschiedenen Ausbauvarianten für die ausführlichste, nämlich die Restaurierung der Kaskadenanlage mit fast vollständiger Rekonstruktion der verlorenen Bauteile der Wasserspiele. Im Oktober 2002 begannen die Arbeiten und schon im August 2004 war die Kaskade weitgehend fertig gestellt. Um die zur Wasserhaltung notwendige Dichtigkeit und geometrisch exakte Ausführung der Wassertreppen sicherzustellen, mussten diese mit neuen Fundamenten und einer wasserdichten Betonunterkonstruktion versehen werden. Dazu war ihr kompletter Abbau - natürlich mit einer vorangehenden genauen Vermessung der Lage - erforderlich. Für den Betrieb der beiden Fontänen erwies sich eine Abdichtung der runden Brunnenbecken mit Ton ausreichend. So konnten die Reste der Brunnenbecken an Ort und Stelle bleiben. Selbstverständlich fanden die Bauarbeiten unter ständiger archäologischer Begleitung und größtmöglicher Wahrung des Originalbestandes statt.

Über die Konservierung und Sicherung des Bestands hinaus mussten auch bildhauerische Rekonstruktion der verlorenen Bauteile angefertigt werden. Und für die Wasserspiele musste letztendlich ein neues Wasserleitungssystem mit Umwälzpumpen für den Wasserkreislauf eingebaut werden, um unabhängig vom spärlichen Wasserzufluss zu sein.

Mit der Wiederherstellung des gärtnerischen Umfeldes wurde schließlich die Kaskadenanlage baulich abgerundet. Der Schwerpunkt lag deshalb auf der Neuanlage der Pflasterwege beiderseits der Wassertreppen, der Geländemodellierung in Form von Rasenböschungen sowie der Fugenbegrünung der Stützmauern. Die Wege wurden mit altem Steinmaterial in historischem Format und Technik neu gepflastert, wobei sogar ein Wegstück mit historischem Pflaster gesichert werden konnte. Als wesentlicher gestalterischer Bestandteil der ursprünglichen Kaskadenanlage konnte die mittelaxiale Rasentreppe rekonstruiert werden. Nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren und mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 1,4 Mio. Euro konnte eine Gartenanlage von höchstem Rang rekonstruiert werden, die ihren Namen Fantaisie alle Ehre machen dürfte.


Sämtliche wissenschaftlichen Arbeiten an der Kaskade wurden im Auftrag des Staatlichen Hochbauamtes Bayreuth durch ein Team um Prof. Dr.-Ing. Manfred Schuller, Lehrstuhl für Bauforschung und Baugeschichte am Institut Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege der Otto-Friedrich-Universität Bamberg durchgeführt. An der Freilegung und Erforschung mitgewirkt haben u.a.:

Marat Barybin: Grabungshilfe (Gartenarbeiter der örtlichen Verwaltung der BSV); Dipl.-Ing. (FH) Claudia Birke: Bauforschung; Dipl.-Ing. (FH) Martina Engelhardt, Bauforschung; Ulrike Fauerbach M.A.: Bauforschung; Lars Fischer: Helfer (Reintegrant, St. Georgen); Jürgen Giese M. A.: Grabungsleitung, Bauforschung; Dieter Hittinger M. A.: Grabungsleitung, Archäologie; Joachim Ibler: Helfer (Reintegrant, St. Georgen); Sarah Keller: Archäologie, Praktikantin der Univ. Bamberg; Dipl.-Ing. Michael Kress M. A.: Grabungsleitung, Archäologie, Gartenarchäologie; Dipl.-Ing. Andrij Kutnij, Archäologie, Bauforschung; Dipl.-Ing. (FH) Vera Lutz: Bauforschung; Karl Maissel: Grabungshilfe (Gartenarbeiter der örtl. Verwaltung der SV Bayreuth); Gärtnermeister Alfred Neidhardt: Grabungshilfe, Logistik, Support (örtliche Gartenleitung der SV Bayreuth); Dipl.-Ing. (FH) Herrmann Niederwestberg: Bauforschung; Werner Ramming: Grabungshilfe (Gärtner der örtl. Verwaltung der SV Bayreuth); Jürgen Rieger: Helfer (Reintegrant, St. Georgen); Michael Scheffold M.A.: Archäologie; Gärtnermeister Andreas Schrüfer: Grabungshilfe (örtl. Verwaltung der SV Bayreuth); Ute Schwertheim M. A.: Archäologie, Bauforschung; Dr. Hanna Strzoda, Archäologie; Roland Walter: Grabungshilfe (Gartenarbeiter der örtl. Verwaltung der SV Bayreuth); Sandro Wolff: Gartendenkmalpflege, Gartentechnik (Praktikant der BSV München); Martin Wortmann M.A.: Archäologie; Heike Zech M.A.: Kunstgeschichte, Archivforschung.

Eine wissenschaftliche Publikation zu den Arbeiten ist geplant.

(Gesellschaft für Gartenarchäologie b.R. Kress & Wolff, Hofmannstr. 64, D-91052 Erlangen, Tel: 09131 207176, mobil: 01608419459, Fax 09131 406143)


Herr Walter Höhn und der Förderverein Schloss Fantaisie e.V. setzten sich vorbildlich dafür ein, diese historisch wertvollen Kaskaden zu retten. Das bayerische Finanzministerium stellte die nötigen Gelder zur Verfügung und so konnte eine Rekonstruktion der Kaskade 2002 in Angriff genommen werden. Bei der Restaurierung der Kaskadenanlage unter Leitung des staatlichen Hochbauamtes Bayreuth wurden fast alle Bauteile der Wasserspiele rekonstruiert. Der Förderverein Schloss Fantaisie Donndorf-Eckersdorf e.V. spendete 10.000 Euro für die Rekonstruktion der Wasserspeier.


 

Staatssekretär Franz Meyer vom bayerischen Finanzministerium eröffnete die Kaskaden

(Eröffnungsrede)


 

Einweihung der Kaskade durch Herrn Egfried Hanfstaengl,

Präsidenten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen


Frau Schwarz vom Förderverein Schloss Fantaisie Donndorf-Eckersdorf e.V.

bedankte sich beim Staatssekretär Meyer für die vorbildliche und erfolgreiche Zusammenarbeit.


Im Kreis der Verantwortlichen Frau Dorothea Bilgeri, die Vorsitzende des Fördervereins Schloss Fantaisie

 


Blick auf die Rasenspirale

Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf der künstlichen Erdterrasse unterhalb der Kaskade eine Rasenspirale angelegt.

Spiralen gelten als Sonderform der Labyrinthe.

 

 

 

 

 Neptunbrunnen

Am Fuß der Kaskade liegt der Neptunbrunnen. Seine Skulpturen wurden von den Brüdern Johann David und Lorenz Räntz ursprünglich für den Bayreuther Hofgarten geschaffen, wo sie jedoch keine Verwendung fanden.

Elisabeth Friederike Sophie wählte die schönsten Stücke aus und ließ sie um 1770 als Brunnenfiguren im Park Fantaisie aufstellen.


zurück
 
Plan
Museum
Schloss
Pavillon
Labyrinth
Säule
Kaskaden
Katakombe
Turm
Kapelle
Strohhütte
Weiher
Steinbänke
Steine