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Sprechende Steine
im Schlosspark Fantaisie
Vielleicht war es die Herzogin Dorothea Friederike Sophie, die die Idee der Grafen von Wargemont aufgriff und den Anstoß gab, markante Felsen im Park der Fantaisie zu beschriften.
Wenn man heute die Parkwege entlanggeht, steht man häufig vor einer Schrifttafel, die man nicht restlos entziffern kann; manche wurden auch im Laufe der Zeit entfernt, oder sie sind verwittert.
Daher seien hier die wichtigsten der alten Inschriften genannt:
An der Friedenssäule erinnerte eine heute ausgeschlagene Tafel an das Wiedersehen der Herzogin Dorothea Friederike Sophie mit ihrer Schwester:
"In diesem reizenden Aufenthalt umarmte ich zum ersten Mal meine gute Schwester, den 4. Juli 1794."
Jean-Paul-Gedenkstein
Jean Paul bezeichnete den Park Schloss Fantaisie, der seine Phantasie anregte, im Jahre 1793 als ersten Himmel um Bayreuth:
"Heb alles auf, bis wir im warmen Schoß Abrahams sitzen, in der Eremitage; welches nach Fantaisie der zweite Himmel um Baireut (Bayreuth) ist, denn Fantaisie ist der erste und die ganze Gegend der dritte."
An diesem Ort entzündete sich die Imagination: Der Dichter verewigte den herrlichen Schlosspark in Donndorf in seinen Romanen. Zwei der wichtigsten Szenen aus dem "Siebenkäs" spielen am Neptunbrunnen und auch in "Des Luftschiffers Gianozzos Seebuch" ist Fantaisie Ort der Handlung.
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F.v.W. (= Fürst von Wrede) |
Jean Paul Gedenkstein
(unterhalb v. Hotel Fantaisie gelegen)
Borodino-Stein
Diese Gedenktafel erinnert uns an
Napoleons Feldzug 1812 nach Russland. Die Adeligen aus
württembergischem und preußischem Geschlecht
kämpften damals meist als Generäle der russischen
Armee gegen Napoleon.
Auf dem Borodinostein ist in der Übersetzung zu lesen:
"Den Manen (gute Sterbegeister) der tapferen russischen Armee, gefallen in der Schlacht von Borodino, genannt an der Moskwa am 27. August - 7. September und während des denkwürdigen Feldzuges von 1812. Prinz Bagrantion, General der Infanterie, Tutchof Generalleutnant, Kontaizof, Tutchof 2, Generalmajor Klinger, Lamsdorf. Dieses Denkmal ist ihnen gewidmet von einem ihrer Waffenbrüder".
Einige württembergische Herzöge und ihre Feldherren standen im Kampf Napoleons gegen Rußland 1812 auf kaiserlich-russischer Seite. An sie erinnert der Borodinstein.
Über der Katakombenöffnung stehen vier Worte:
Diis manibus pia Dorothea",
welche hinweisen auf die göttlichen Manen (Sterbegeister) der frommen Dorothea.
Martin-de-Couvry-Stein
Den schönsten Vers hat vermutlich Martin de Couvry, ein mecklenburgischer Offizier, der die Fantaisie von 1898 - 1908 in Besitz hatte, in den Fels hauen lassen:
"Fürstlicher Glanz war erloschen da hab ich dich in einem Jahrzehnt wieder zum Leben erweckt - "reizende Fantaisie" - Blühend verlaß ich dich jetzt - und es sagt mir mein Herz, daß ich stets glücklich hier war. 1898- Martin de Couvry - 1908."
Alexander-Tafel - von Fürst von Wrede gestiftet
(Nähe Säule der Eintracht)
Sachsen-Coburg-Stein
(Nähe der Katakombe)
Bevor wir die Katakombe betreten, hat ein dankbarer Sohn Ernst folgende Inschrift in den Fels gehauen:
"Ernst hat gearbeitet recht und schlecht an diesem so harten Stein, hoffend, dadurch seine Anhänglichkeit an seine Eltern zu beweisen, 1820."
Adelige drückten zu dieser Zeit auch ihre Gefühle in französischer Sprache aus; daher:
"Ernst a travaillé tant bien que mal à cette pierre si dure espérant prouver par là son attachement à ses parents 1820."
Herzog-Karl-Stein
Die rechte Seite an der Katakombe erinnert an den Herzog Karl v. Württemberg: "Dem Andenken Karls, Herzog von Württemberg, Generalleutnant der russischen Armeen, gestorben zu Galatz an der Moldau im Krieg gegen die Türken am 21. August 1791 im Alter von 21 Jahren."
Französisch: "Au souvenir de Charles Duc de Wurttemberg Lieutenant Général des Armées Russes Mort à la Galatz en Moldavia dans la guerre contre les Turcs le 21. Août 1791 âgé 21 ans."
Verlassen wir nach dem Durchschreiten die Katakombe, so lesen wir: "Seinem ehrwürdigen Vater, seiner himmlischen Mutter ist dieses Denkmal gewidmet von einem Sohn in treuer Dankbarkeit" - Alexander
Französisch: " A son vénérable pere, à sa céleste mère ce monument est consacré par un fils aux fid. Réconnaissance. Alexandre "

Coburger Felsen, führt im Volksmund den Namen "Die sieben Brüder".
Inschrift:
"Consacré au Souvenir de deux Enfans chers, de Charles âgé de 2. ans et de Fréderice âgé de 5. ans.
Enlevé a leurs Parens éplorés le 5. Septbr. 1801 et le 25. Avril 1815."
Übersetzung:
"Geweiht dem Andenken zweier lieben Kinder, Karl 2 Jahre alt und Friedrich 5 Jahre alt.
Errichtet von ihren tiefbetrübten Eltern den 5. Sept. 1801 und den 25. April 1815."

Coburger Stein
Inschrift:
"Voué à la Mémoire de son respectable Beau Père de Francois Duc Règnant de Saxe Cobourg mort en 1807."
Übersetzung:
"Gewidmet dem Andenken an seinen ehrwürdigen Vater von Franz, regierender Herzog von Sachsen-Coburg.
Gestorben im Jahre 1807."

unbekannte Inschriftentafel
(Nähe Weiher)
Geheimnisvolle Steinarbeiten
(Kaskadenmauer über den beiden Steinbänken)


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