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Stadt Bayreuth
" Gründungslinie "
Siedlungsgeographische Überlegungen müssen an den Beginn jeder Überlegung zur Stadtgründung gestellt werden. Der zu besiedelnde Raum musste seiner Natur nach besondere Eigenschaften besitzen und sich zur Besiedelung anbieten.
Ein Burgsandstein-Felsplateau erhebt
sich auf drei Seiten, im Süden, Westen und Norden, ca.
5 - 10 Meter hoch, aus einer - vor allem von NW bis NO -
versumpften Umgebung. Diese Sandsteinstufe (Talsporn) war
eine von der Natur kostenlos gelieferte Befestigung; sie
wird von zwei Gewässern umflossen, dem "Roten Main" und
dem "Sendelbach". Die Terrassenstufe erreicht ihre
größte Höhe im Norden und Westen, wird im
südöstlichen Verlauf immer niedriger und
verläuft sich im allmählich ansteigenden
Gelände; folglich neigt sich die Oberfläche des
Talsporns von NO nach SW, so dass die NO-Terrasse höher
als die gegenüberliegende SW-Terrasse ist. Eine dem
Maintal folgende, von NW herkommende Straße konnte das
Plateau nur in seiner von der Natur bestimmten WO-Richtung
überqueren und so das Felsenplateau
erschließen. (Fischer,
Häuserbuch)

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Das Altwegesystem vor der Gründung
(Peter Segl "Bayreuth im Mittelalter")
Belegbare frühe Siedlungen fanden sich westlich in Bayreuth - Meyernberg (Keramikfunde des 8. und 9. Jahrhunderts), beim Ort Lehen (karolingisch-ottonisches Reihengräberfeld) und östlich der "Urpfarrei" Bindlach. Diese Orte lagen an einer alten, von Westen aus Würzburg und Bamberg kommenden und nach Böhmen (Eger, Prag) führenden Straße ("via publica" bzw. "Hohe Straße").
Nach Fischer (Häuserbuch) dürfte diese "karolingische" Altstraße und das für die Erstellung der Planungsstadt günstige Felsplateau über den Flüssen Main und Sendelbach die wichtigste Voraussetzung für die Gründung der Stadt Bayreuth gewesen sein. Begünstigt zumal, da das Felsplateau von fischreichen, fließenden Gewässern und zahlreichen Weihern umgeben war und auch genügend Äcker- und Weideland in der nahen Umgebung vorgefunden wurde.
Nach der Festlegung der
Gründungsachse wurde der Abstand zwischen "Unteres Tor"
und "Oberes Tor" mit 1400 Bayerische Fuß (r = 700)
bestimmt. Hier finden wir mit der Zahl "7" sicher auch die
Berücksichtigung mittelalterlicher
Zahlensymbolik.

Die erste Tätigkeit der mittelalterlichen Vermesser bei der Absteckung des zukünftigen Stadtgrundrisses im Gelände bestand in der Festlegung der Gründungsachse, gefolgt von der Einplanung zweier Stadttore (Torgeometrie).
Mit diesem ersten Arbeitsschritt wurden bereits wesentliche Entscheidungen zu Lage und Ausrichtung der Stadt in ihrem natürlichen Umfeld und unter Berücksichtigung der beengten topographischen Situation (Felsplateau, Flüsse) getroffen, die Auskunft über die zur Gründungszeit vorhandene räumliche Situation geben.
Die Richtung der Gründungsachse legte bereits die ungefähre Lage der späteren Haupt- und Marktstraße fest, bei der im Prinzip die Ausrichtung der von Westen (Würzburg, Bamberg) nach Osten (Eger, Prag) führenden "karolingischen" Altstraße übernommen wurde.
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Die gesamte Toranlage erstreckte sich vom heute verschwunden Grundstück Maximilianstraße 1 bis zum Haus Maximilianstraße 11. Auf der nördlichen Marktseite standen die Häuser Maximilianstraße 2 bis Opernstraße 1 im Bereich der großzügig angelegten Toranlage. * * * Torgliederung "Examinatorhaus" oder "Äußeres Torwachhaus" Zwinger des äußeren Stadtgrabens, über den die "Äußere Torbrücke" führte "Innere Torbrücke" Zugbrücke über den "Inneren Stadtgraben" Ein "Inneres Torteil" mit einem Fallgatter befand sich in der Stadtmauer Das "Innere Torwachhaus" schloss sich unmittelbar an die Stadtmauer an. Hier amtierte der "Oberschröter" und der "Obere Torsperrer". |
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Das "Untere Tor" befand sich im Bereich der heutigen Grundstücke Maximilianstraße 74 - 82 bzw. auf der anderen Straßenseite der Häuser Maximilianstraße 79 - 81.
Die Torgliederung "Wachhaus" "Äußeres Unteres Tor" "Äußeres Brückenteil" Der Sendelbach wurde in Höhe Dammallee/Pauschenberglein überbrückt. Die "Innere Torbrücke" führte über den Stadtgraben Das "Innere Untere Tor" schloss den Stadtzugang
Hinweis: Das "Untere Tor" wurde wie das "Obere Tor" zur Stadtverschönerung 1752 abgerissen. |
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