A

Gründungslinie

B

Thales-Konstruktion

C

Stadtmauer

D

Stadtaufteilung

E

Wasserversorgung

F

Stadtgründung

G

Historische Messmethoden

H

Ursprung d. Planstädte

I

Planstädte in Franken 

J

Vergleiche in der Buchkunst

K

Vergleiche an Galerien u. Skulpturen

L

 Vergleiche mit Bildern

M

 Vergleiche mit Skulpturen

N

Historischen Messmethode

O

Zahlen-symbolik

P

Thales von Milet

R

Pentagramm

S

Pentagramm und Bayreuth

 

Stadt Bayreuth

" Stadtmauer "


Die sichernde Schale, der Stadtmauerring, markierte klar die Grenzen der Stadt Bayreuth.

Der Mauerverlauf war durch die Fixierung der beiden Stadttore an der Gründungslinie vorbestimmt. Da Tore immer die schwächsten Teile der Mauern darstellen, mussten sie aufwendig gesichert werden. Aus diesem Grund legte man auch nur wenige Durchgänge an.

Die Anzahl der Tore sagt etwas über die Bedeutung der Stadt aus; denn bekanntlich wird mit der Anzahl der Tore festgelegt, wie viele der vorhandenen und ankommenden Wege einen direkten Zugang zur Stadt erhalten. Die Untersuchungen zum Altwegesystem zeigten, dass eine eindeutige Tendenz bestand, die vorhandene Altstraße in das Erschließungssystem der Stadt zu integrieren.

 Nach Fischer (Häuserbuch) waren die ersten Häuser in einem angemessenen Abstand (30 - 50 m von der Stadtmauer, d.h. der Verteidigungsanlage entfernt) erbaut worden, weshalb Altbayreuth zur Verteidigung leicht innerhalb der Mauern umrundet werden konnte.

Ein am Fuß der Stadtmauer rings um die Stadt verlaufender Wassergraben, der aus dem "Roten Main" und dem "Sendelbach" gespeist wurde, vollendete das Befestigungswerk. Die Natur tat ihr Übriges durch ein versumpftes Überschwemmungsgebiet im Norden und im Westen.

Die direkt an der Stadtmauer gelegenen Häuser der "Judengasse" entstanden erst im 15. und 16. Jahrhundert, ähnlich wie die Häuser der "Frauengasse". Der ursprünglich hinter den Häuserzeilen der nördlichen Marktseite, der östlichen Kanzleistraße und der südwestlich verlaufenden Sophienstraße liegende Verteidigungsraum wurde im Verlaufe der Stadtentwicklung von den Anliegern zunächst als Garten, später als Wirtschaftshof mit Scheunen und Ställen immer intensiver genutzt; erst im 18. und 19. Jahrhundert durften Gebäude unmittelbar auf der Stadtmauer errichtet werden, nachdem der Stadtgraben aufgelassen und als Gartenland verkauft worden war. 

 

 Stadtmauerverlauf auf dem Thales-Kreis

 

 

P 1 = Unteres Tor

P 2 = Oberes Tor

P 3 = Mauer-Eckturm

P 4 = Mainseite

grüne Linie = Gründungslinie

braune Linie = Thales-Konstruktion Quadrat

blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis

gelbe Markierung = Mauer-Abschnitt (MA I + IV)

Die Konturen der Mauer-Abschnitte (MA I und MA IV) wurden auf dem Thales-Kreis fixiert:

1. Vom "Unteren Tor" (P 1) nordwärts bis zur Mitte des Kreisabschnitts zwischen P 1 und P 4.

2. Von der östlichen Schlossmauer bis zum Bereich des "Oberen Tores" (P 2).

 

 

Stadtmauerverlauf an der Mainseite

 

 

grüne Linie = Gründungslinie

braune Linie = Thales-Konstruktion Quadrat

blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis

gelbe Markierung = Mauer-Abschnitt (MA II)

F 1 = Fixpunkt (Mitte der westlichen Quadratseite - Mauerdurchfluss Tappertkanal)

F 2 = Fixpunkt (Mauerkante Thaleskreis + Mainseite)

F 3 = Fixpunkt (Mauerkante Mainseite + Schloss)

M = Mittelpunkt Gründungslinie

Eine Vermessung mit Hilfe des Wechselschlags ist auch bei anderen Stadtvermessungen immer wieder anzutreffen. Sie ist ein weiteres Beispiel für die ökonomische Arbeitsweise der Vermesser. Das Ziel ist die Erstellung eines Kreisbogens von einem festgelegten Punkt aus.

Das Messseil wurde vom Fixpunkt (F 1) über den Mittelpunkt der Gründungslinie (M) zur westlichen Kante des Schlosses ( F 3) geführt. Durch einen Wechselschlag zwischen den Fixpunkten (F 2) und (F 3) wird der Mauerbogen erzeugt, der sich an den vorhergehenden Mauerabschnitt (MA I) anschließt.

 

Mauerverlauf am Meranier Schlösschen

 

 

P 1 = Unteres Tor

P 2 = Oberes Tor

P 3 = Mauer-Eckturm

P 4 = Mainufer

grüne Linie = Gründungslinie

braune Linie = Thales-Konstruktion Quadrat

blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis

gelbe Markierung = Mauer-Abschnitt (MA III)

Bei der Erstellung der Mauersegmente mit einem Kreisbogen (Schauseite zum Meranier Schlösschen) handelt es sich um eine besonders elegante Konstruktion. Charakteristisches Element dieser Vermessungstechnik ist der Kreisbogen.

Für die Ausrundung der Schauseite des Schlosses wurde auf dem Thales-Kreis die Kreiskonstruktion angesetzt. Der Durchmesser (D) dieses Kreisbogens misst 700 Fuß, was dem Radius der Gründungslinie entspricht.

 

Bilder der Stadtmauer (Mainseite)

 
Süd-/ östlicher Mauerring

 

P 1 = Unteres Tor

P 2 = Oberes Tor

P 3 = Mauer-Eckturm

P 4 = Mainufer

grüne Linie = Gründungslinie

braune Linie = Thales-Konstruktion Quadrat

blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis

gelbe Markierung = Mauer-Abschnitt (MA V)

F 2 = Fixpunkt (Mauerkante Thaleskreis + Mainseite)

Für die Vermessung des Mauerabschnitts (MA V) wurde der Kantenschlag, eine universelle Standardmethode, angewendet, mit deren Hilfe die Planer ihre Konstruktion in das vorbereitete Netz einbauten. Beim Kantenschlag wird mit dem Messseil die Funktion eines Zirkels nachgeahmt. Ausgehend vom Fixpunkt (F 2), der mittig auf dem Kreisbogen des Thales-Kreises zwischen den Punkten P 1 und P 4 lag, wurde der Kantenschlag zwischen dem "Oberen Tor" (P 2) und dem Eckturm (P 3) durchgeführt.

 

Bilder der Stadtmauer (süd-/östliche Seite)

 

Westlicher Stadtmauerverlauf (Sendelbachseite)

 

 

P 1 = Unteres Tor

P 2 = Oberes Tor

P 3 = Mauer-Eckturm

P 4 = Mainufer

grüne Linie = Gründungsachse

braune Linie = Thales-Konstruktion Quadrat

blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis

gelbe Markierung = Mauer-Abschnitt (MA VI)

Dieser westliche Mauerverlauf wurde unter Berücksichtigung der beengten topografischen Situation aufgrund des Sendelbach-Verlaufs und der sumpfigen Stellen (Sutten) zwischen dem Eckturm (P 3) und dem "Unteren Tor" (P 1) eingemessen.

 

Bilder der Stadtmauer (Sendelbach-Seite)


 

Stadtaufteilung
zurück

 

 
A

Gründungslinie

B

Thales-Konstruktion

C

Stadtmauer

D

Stadtaufteilung

E

Wasserversorgung

F

Stadtgründung

G

Historische Messmethoden

H

Ursprung d. Planstädte

I

Planstädte in Franken 

J

Vergleiche in der Buchkunst

K

Vergleiche an Galerien u. Skulpturen

L

 Vergleiche mit Bildern

M

 Vergleiche mit Skulpturen

N

Historischen Messmethode

O

Zahlen-symbolik

P

Thales von Milet

R

Pentagramm

S

Pentagramm und Bayreuth