|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Stadt Bayreuth
Wasserversorgung
|
|
1 = Tappertlauf (Marktstraße) 2 = Tappert-Mauerdurchlass (Mühltürchen) 3 = Tappert-Mauerdurchlass (Sendelbachseite) 4 = Tappertzulauf zur Stadt 5 = Schnittpunkt (Innenstadt-Kreis, Kämmereigasse) grüne Linie = Tappert blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis roter Kreis = Innenstadt-Kreis |
Ein wichtiges Element, das bei der Planung der Infrastruktur einer Stadt beachtet werden musste, war das System der Trinkwasserversorgung. Die Verteilung der Laufbrunnen in den einzelnen Stadtquartieren gehörte bereits zur Aufgabe der Erstvermessung; denn eine Hofstätte ist ohne Wert, wenn sie keinen Zugang zu trinkbarem Wasser hat. Gründungsstädte wiesen darüber hinaus auch eine zusätzliche Brauch- und Gewerbewasserversorgung auf.
Die Wasserversorgung Bayreuths erfolgte völlig problemlos, da die neugegründete Stadt von Flüssen, Bächen und Weihern überreichlich umgeben war. Dieser naturgegebene Wasserreichtum ermöglichte die Individualversorgung durch direkten Zugang zu den Gewässern.
Die Bayreuther Bürger hatten frühzeitig mit der Anlage von Brunnen in ihren Grundstücken begonnen. So können - von öffentlichen Brunnen abgesehen - fast für jedes dritte Haus am Markt (Maximilianstraße) Hausbrunnen nachgewiesen werden.
Die ersten Wasserleitungen
1) Die erste und älteste Wasserleitung führte von einem Brunnen am "Unteren Quellhof" über Moritzhöfen, erreichte die Stadtummauerung beim "Fronhof" (Turm = P 3), wurde dort in einem Brunnenkasten gefaßt (=Fronhofbrunnen) und verlief weiter zur Speisung eines Brunnens im Innenhof des "Alten Schlosses".
2) Die Wasserleitung vom "Rodersberg" führte zum Brunnen in den Schlosshof und speiste außerdem den Brunnen vor dem "Oberen Tor" (P 2).
3) Die Saaser Wasserleitung war die Schöpfung des Markgrafen Georg-Albrecht.
4) Die Fuchssteiner Wasserleitung entstand 1732. Sie führte vom Fuchsstein über die Altenstadt zu einem Röhrenkasten auf dem Marktplatz und speiste dort den Herkules-Brunnen und den Neptun-Brunnen.
5) Die Haardter Wasserleitung führte über Eckersdorf zum Brunnen vor dem "Neuen Schloss".
1 = Tappertlauf (Marktstraße) 2 = Tappert-Mauerdurchlass
(Mühltürchen) 3 = Tappert-Mauerdurchlass (Sendelbachseite) 4 = Tappertzulauf zur Stadt 5 = Schnittpunkt (Innenstadt-Kreis,
Kämmereigasse) grüne Linie = Tappert blauer Kreis = Thales-Konstruktion Kreis roter Kreis = Innenstadt-Kreis lila Linie = Vermessungslinie Tappert rote Linie = Vermessung (P 3 - 3, P 3 - 5)

Die Anlage eines Entwässerungskanals, der die Umgebung der Stadtkirche erst bebaubar machte, muss mit der Errichtung der Bayreuther Stadtkirche im Zusammenhang stehen, da durch das vom Markt nach Süden abfallende Gelände ursprünglich Wasser aus Niederschlägen, besonders aber Abwasser und Fäkalien, die am Markt anfielen, in den Raum um die heutige Stadtkirche abflossen.
So dürfte zu jener Zeit der Tappertzweig als Entwässerungssystem entstanden sein. Seine Einmessung erfolgte, ausgehend vom Eckturm (P 3), mittels Seilschlag vom Tappert-Mauerdurchlass (3) entlang der späteren Kämmereigasse zum Schnittpunkt Innenstadt-Kreis (5) .
Der Tappert war ein Stadtgrabenbach besonderer Art; er wurde von einem Weiher in der Nähe von Oberkonnersreuth über die Dürschnitz, den Rennweg (Richard-Wagner-Straße) und das "Obere Tor" in die Stadt geleitet. Sein Hauptarm floss entlang der Marktstraße und wurde durch das "Mühltürchen" abgeleitet.
Eine Tappertabzweigung führte in die Schmidtgasse (Kanzleistraße), um dann südlich des Marktes der Trasse der heutigen Kämmereigasse bis zur Breiten Gasse (Sophienstraße) zu folgen. Von dort führte der Tappert zum Eingang der Judengasse (von-Römer-Straße), um dort am Ende der Judengasse durch die Stadtmauer in den Stadtgraben abzufließen.
Die Kämmereigasse hatte in der Vergangenheit keinerlei Gassenfunktion. Sie entstand in ihrer Trassenführung durch die Anlage des Tappert.
Das Mühltürchen wurde ursprünglich wohl nur deshalb errichtet, weil der über den Markt fließende Tappert hier aus der Stadt hinausgeleitet wurde, weshalb der durch die Stadtmauer angelegte Durchbruch wieder gesichert werden musste. Echte Torfunktionen hatte das Mühltürchen nicht.
Das Mühltürchen wurde im Jahre 1895 abgebrochen und im weiteren Verlauf dieser Baumaßnahmen so erweitert, wie wir es heute kennen.
|
|