A

Gründungslinie

B

Thales-Konstruktion

C

Stadtmauer

D

Stadtaufteilung

E

Wasserversorgung

F

Stadtgründung

G

Historische Messmethoden

H

Ursprung d. Planstädte

I

Planstädte in Franken 

J

Vergleiche in der Buchkunst

K

Vergleiche an Galerien u. Skulpturen

L

 Vergleiche mit Bildern

M

 Vergleiche mit Skulpturen

N

Historischen Messmethode

O

Zahlen-symbolik

P

Thales von Milet

R

Pentagramm

S

Pentagramm und Bayreuth

 

Pentagramm und Bayreuth

(Von der historischen Ordnung zur Stadtsiedlung)

 


1) Ursprünge des Pentagramms

 

Der Planet Venus wandert in acht Jahren einmal durch den Tierkreis, dabei bildet er fünf Konjunktionen mit der Sonne und zeichnet so einen riesigen Fünfstern an den Himmel. Im alten Babylon war dieses Zeichen (Pentagramm) der Göttin Ischtar, die der Aphrodite bzw. Venus entspricht, zugeordnet. Somit wurde das Pentagramm eines der ältesten Symbole, das wir kennen, schon vor viertausend Jahren vor Christi verwendet.

Obwohl das Pentagramm bei den alten Ägyptern, in Mesopotamien, bei den Kelten und in vielen anderen Kulturen zu finden ist, ist es aller Wahrscheinlichkeit nach den Pythagoreern zu verdanken, dass es so tief in die abendländische Tradition eindringen konnte.

Das Pentagramm hat verblüffende mathematische Eigenschaften. Es ist für Mathematiker ein Schatz und eine Herausforderung gleichermaßen. Die Strecken, die von Spitze zur Spitze führen, schneiden sich genau im Goldenen Schnitt. Er entsteht, wenn man eine Strecke so teilt, dass die Länge der Gesamtstrecke sich zum größeren Teil so verhält, wie die Länge des größerem Teils zum kleineren. Die Mitte des Pentagramms bildet ein regelmäßiges Fünfeck, das Pentagon. Alle Seiten sind gleich lang und alle Innenwinkel gleich groß, nämlich 108°. Die Diagonalen sind ebenfalls gleich lang und teilen sich paarweise im Goldenen Verhältnis.

 

 

Fünf goldene Rechtecke, die sich durch die Schnittpunkte zweier versetzt übereinandergezeichneter Pentagramme ergeben.

Von Euklid (um 300 v.Chr.) soll die exakte Konstruktion des Fünfecks stammen, das verschiedene Bezüge zum Goldenen Schnitt aufweist. Die Seiten des Fünfecksterns, des Pentagramms, teilen sich an ihren Schnittpunkten im goldenen Verhältnis.

Goldene Verhältnisse lassen sich an unzähligen Bauwerken, an Fassaden und Wandgliederungen nachweisen, auch an Bildkompositionen.

 

 

2) Sein Weg nach Europa

 

Templer-Symbolik

Fenster-Rosette aus fünf Herzen (Liebe = Gott),

Innenseite das Pentagramm mit Spitze nach unten (Unheil = Hölle)

Templer-Kapelle San Bartolomé

(Spanien)

 

Mit den Templern und den Kreuzzügen kam das Wissen um das Pentagramm auch nach Europa.

Die Templer waren die Mitglieder eines mittelalterlichen Religions- und Militärordens, der offiziell "Orden der armen Ritter Christi" hieß. Gemeinhin bekannt waren sie als die "Ritter des Tempels von Salomon" oder "Tempelherren", da ihr erstes Ordenshaus nahe der Stelle gelegen war, an welcher der Salomonische Tempel stand. Da die Templer regelmäßig Geld und Güter von Europa nach Palästina transferierten, entwickelten sie ein gut funktionierendes Bankensystem, das bald auch die europäischen Herrscher und Adelshäuser in Anspruch nahmen.

Die ersten gigantischen Fünfsterne finden sich in Frankreich; In der Gegend von Rennes-le-Chateau liegen zwei gedachte Pentagramme mit einer Achsenlänge von jeweils genau 4 Meilen, deren Eckpunkte Templerburgen bilden. Nachdem im Jahre 1099 Jerusalem erstmals von den Christen erobert worden war, erschien bald darauf die Gotik im Abendland in Gestalt der Tempelbaukunst, die in den von den Templern initiierten und finanzierten Bauhütten aufblühte.

Die geheime Kenntnis ewiger Zahlengesetze wurde die Grundlage für den Bau von prächtigen Kathedralen, Kirchen und Abteien in ganz Europa. Wegen deren Bezüge zur Arithmetik, Geographie und Astronomie geraten Forscher immer wieder in höchstes Staunen über das Wissen der Baumeister.

 

 

3) Dombauhütte des Bistums Bamberg

Die Dombauhütte war im Mittelalter ein Werkstattverband aller an einem Kirchenbau tätigen Handwerker. Hauptmerkmale der Bauhütten war ein streng hierarchischer Aufbau mit eigener Gerichtsbarkeit, Standesvertretung, Ausbildung des Nachwuchses, Wahrung, Überlieferung und Geheimhaltung von Berufsgeheimnissen.

Es ist Bischof Gottfried zu verdanken, dass sich im 12. Jahrhundert die Lehren der Schule in Chartres von England bis Sizilien erstreckte, möglicherweise sogar bis in die islamische Welt. Mit Thierry von Chartres, Nachfolger und Kanzler der Schule um 1140, wurde die Theologie zur Geometrie. Thierry wollte mittels Geometrie und Arithmetik den göttlichen Künstler hinter seiner Schöpfung aufspüren. Elemente seiner Philosophie sind das Eine und die Zahl. Das Eine als das Unwandelbare und Ewige ist identisch mit Gott, während die Zahl für das Verwunderliche, das geschaffene Sein, steht. Thierry selbst verfasste mehrere Bücher, darunter einen Kommentar zu Boethius, das Heptateuchon, ein Lehrwerk zu den sieben Freien Künsten.

 

Goldene Proportionen an der menschlichen Figur

 


 

 

Die Bamberger Staatsbibliothek geht zurück auf König Heinrich II. (ab 1014 Kaiser), der im Jahre 1007 das Bistum Bamberg gründete und großzügig mit Büchern ausstattete. Seine Bücherschenkungen haben zu einem beträchtlichen Teil bis heute überdauert.

Im Unterschied zu anderen mittelalterlichen Bibliotheken, z.B. in St. Gallen oder der Reichenau, zeigen die auf Heinrich II. zurückgehenden Bamberger Handschriften eine außerordentliche paläographische Vielfalt:

die Skriptorien in Reims, Würzburg, der Reichenau, Mainz, Regensburg, Lorsch, Seeon, Cluny und Corvey haben fast die Hälfte der heutigen Bestände beigesteuert. Dies erklärt sich dadurch, dass Heinrich II. die Handschriften aus allen Teilen des Reichs zusammenholte.

Es fällt auf, dass verhältnismässig viele Handschriften der "Heinrichsbibliothek" Schriften zum Quadrivium, d.h. zu den mathematischen Wissenschaften, enthalten.

Zu den Handschriften, die der "Heinrichsbibliothek" zugerechnet werden können, gehören die Prachthandschrift von Boethius "Arithmetik", das enzyklpädische Werk von Martianus Capella und die Handschrift der römischen Agrimensoren.

Auch von anderen Quadrivium-Texten sind mittelalterliche Handschriften in Bamberg vorhanden (8 bis 11. Jahrhundert); zwei von ihnen wurden in Würzburg oder Bamberg geschrieben.

 

 

Noch im Bamberger Besitz befindliche Lehrbücher

 

Boethius

De institutione Arithmetica

 

Boethius verfasste den Text für dieses mathematische Lehrbuch unter Verwendung der pythagoreischen Zahlen- und Harmonielehre. Es ist ein Teil seiner Arbeit über die vier höheren Künste des Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie).

 

 

Lehrbücher zur Geometrie

 

In diesen Handschriften befinden sich Texte zur Rechenkunst, Geometrie und Feldmesserkunst

 

 

 

De Natura Rerum

Naturwissenschaftliches Lehrbuch, das das auf der Antike basierende Wissen über Astronomie und Geografie zusammenfasst.

 

 

Die Bauherren haben damit auf die Quellen verwiesen

 

Die Grafen von Andechs-Meranien waren Teilnehmer der Kreuzzüge. Ihr Geschlecht stellte damals den Bischof von Bamberg. Auch war der Grundbesitz um das spätere Bayreuth Eigengrund (Babenberger Erbe) der Grafen von Andechs-Meranien.

Als Herren der Bamberger Dombauhütte konnten sie das von den Templern (Grafen von Andechs-Meranien und die Templer) mitgebrachte Wissen und somit auch die Lehren von Chartres für den Bamberger Dombau und für die planmäßige Erstellung von Stadtanlagen (z.B. Bayreuth) übernehmen und anwenden.

 

 

  4. Die Werkleute der Bauhütten

 

Es ist bekannt,

dass die Bauleute,

denen wir die Kathedralen verdanken,

in Kumpaneien,

in Bruderschaften miteinander verbunden waren.

 

Drei solche Bruderschaften hat es zur Zeit der Grafen von Andechs-Meranien gegeben:

Les Enfants du Père Soubise (die Kinder des Vaters Soubise), Les Enfants du Maitre Jacques (die Kinder des Meisters Jakob) und Les Enfants de Salomon (die Kinder Salomons). Alle hüteten die Tradition des Handwerks, sind vom Adel des Handwerks durchdrungen und lehren den Gehorsam gegen das Werk, dem man sich verpflichtet hat. Sie verständigten sich untereinander durch die Worte und Zeichen einer Geheimsprache. Sie stehen in der Pflicht des Werkes, in der Pflicht der Berufung, in der Pflicht des Menschseins, die sie niemals verleugnet haben. Die Lehrlinge erlernen ihr Handwerk unter der Anleitung der Gesellen von Bauhütte zu Bauhütte im Lauf einer Wanderschaft. Das Wissen, das die Bruderschaft als ihr besonderes Eigentum verwaltet, wird durch die Meister vermittelt.

Die für den gotischen Bau notwendige Kenntnis der "Darstellenden Geometrie" - das Wissen der Mönche von Citeaux - ist lediglich den Erben der Kinder Salomons (Les Enfants de Salomon), den Compagnons du Devoir de Liberté, überliefert worden. Es muß sich also um eine Bruderschaft geistlicher Bauleute gehandelt haben, die von Citeaux - parallel mit der Begründung des Templerordens - ins Leben gerufen worden ist. Der Orden hatte eine komplexe Organisation, es gab Mönche und Laien, Ritter und Handwerker; alle waren Brüder.

 

Dombauschule in Paris

 

Dombauschule in Paris

5) Freimaurer

Die Symbole der heutigen Freimaurer sind zu einem wesentlichen Teil aus der Werkmauerei der mittelalterlichen Dombauer übernommen worden. Die Säulen zum Bau von Kirchen und Städten symbolisieren noch heute:

die Weisheit (Gesinnung) - die Stärke (sittliche Kraft) - die Schönheit (Harmonie)

 

 

 

 

Freimaurermuseum Bayreuth

 


Das Geheimnis des Bausystems

(Kirchen- und auch Städtebau)

 

Dreifach war die Ordnung jener Baupläne.

Alle drei Formen zeigen uns die Besonderheit des Flächeninhaltes 

 

 

Die Kreisform

Der kreisförmige Grundriß schließt die Stadt (Mauern) ein. Er bestimmt die Grenzen einer bebauten Fläche.

(Bayreuth = 360 °)

 

Das Quadrat

Die Fläche des Quadrats schließt einen Raum für Organisation und Ordnung ein.

(Bayreuth = 3600 Fuß)

 

Das Pentagramm

Der Stern (Cardo-bzw. Weltachse) erstrahlte als Offenbarung für ein Bausystems.

(Bayreuth = Ordnungszahl 5)

 


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