Alsbachtal

(Oberfranken)


 

Das Verbreitungsgebiet der katholischen Tracht im Gebiet Hohenmirsberg/Pottenstein war im Vergleich zu sonstigen Trachträumen in der Fränkischen Schweiz gesehen relativ groß. Im Süden reichte es bis nach Kirchenbirkig, im Osten bis in die Gegend von Pegnitz, im Westen bis zum Flüßchen Ailsbach und im Norden bis zu den evangelischen Dörfern Muthmannsreuth, Hinterkleebach (teilweise evangelisch), Lindenhardt etc.

 

 

 

 

Die Sonn- und Festtagstracht war nach diesen Quellen nahezu identisch. Sie bestand aus einem meist roten, schweren Faltenrock aus Wolle oder Leinen und einer gerade geschnittenen Schürze, die unten am Saum oft mit einer Spitze besetzt war. Das dazugehörige dunkle Leibchen war mit Bändern von abstechender Farbe besetzt und mit Seide gestickt. Um die Schultern wurde ein buntes Seidentuch mit Fransen oder auch ein mit Blumenmotiven bedrucktes Wolltuch gelegt, anschließend über der Brust gekreuzt und die Enden im Rücken gebunden oder seitlich an den Hüften durch die Schürzenbänder gezogen (welche von den beiden Arten die üblichere war, läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen). Über diesem Schultertuch trugen die Frauen bei kühlem Wetter ein taillenkurzes Jäckchen, den Mutzen, das bei schönem Wetter lediglich über den Arm gelegt mitgenommen wurde. An hohen Festtagen und auch anläßlich von Begräbnissen verwendeten die Frauen an Kopfbedeckung ein weißes Tuch. Dieses wurde zuerst zum Dreieck gefaltet um die Stirn gelegt, dann im Nacken gekreuzt und schließlich über der Stirn so gebunden, daß die beiden Enden des Tuches seitlich vom Kopf herabhingen, weswegen das Kopftuch "Hörnertuch" genannt wurde. In der gleichen Art und Weise wurden die dunkelfarbigen oder roten Kopftücher für weniger feierlichen Anlässe und für die Werktage getragen.

 


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