Bayreuth

(Oberfranken)


Die Kleidung inner- und außerhalb der einstigen Residenzstadt war durchaus vom fürstlichen Hof des 18. Jahrhunderts beeinflußt, wie auch in der "Bavaria" zu lesen ist:

"Wir sind in der Umgebung der ehemaligen, durch den Luxus ihrer Fürsten nicht wenig berühmten Residenz, die auch auf das Bauernhabit einen merklichen Einfluß ausübte."

 

 

Bayreuth um 1800/1805

 

Die Bürger von Bayreuth, höfisch-modisch orientiert, haben den Dreispitz bereits abgelegt; auch tragen sie den "neumodischen" Frack.

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Die Bürgersfrauen zeigen eine unerhört reiche Kleidung, die einmalig zu sein scheint im Vergleich zu anderen Städten.

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"Willkommen dürfte es daher seyn, die Abbildung zweier Bürgers-Frauen, deren die blaugekleidete die Gattin eines Fabrikantens, die andere, mit einem Fächer in der Hand aber eine Kaufmannesfrau ist, so darzustellen, wie sie zur Zeit, als noch das Markgrafenthum Baireuth und Anspach bestanden, in Seide gekleidet, dann mit Spitzen-Hauben, auf ihren Köpfen bedeckt gewesen sind."

Der knielange Mantel der Männer ist einer kurzen, knapp bis zum Gesäß reichenden, weiterhin kapuzinerbraunen Jacke gewichen. Sie ist einreihig geknöpft und mit silberfarbenen Knöpfen besetzt, hat kleine Revers und ist anstatt eines Stehkragens mit einer schwarzen Borte eingefaßt. Eine grüne Weste mit leicht abgerundetem Ausschnitt wird an Stelle des Gollers wie dieser unter den Hosenträgern getragen. Die Hosenträger aus Wildleder mit ihrem Brustlatz gelten als besonderes Kennzeichen historischer Überlieferung. An Stelle einer schwarzen Kniebundhose ist neuerdings die Lederhose getreten. Nach Wegfall der Wadenstiefel werden die weißen Strümpfe sichtbar.

An die Stelle des Dreispitz trat ein schwarzer, runder Filzhut, dessen Hutkopf flach eingedrückt ist und mit einer umliegenden lindgrünen Kordel geschmückt ist.

Beim Frauengewand hielt man an dem alten Mieder mit Brustschnürung fest, obgleich dieser keine funktionelle Bedeutung mehr zukommt. An das schwarze Mieder ist ein faltenreicher Rock aus Wollstoff angesetzt. Er kann von brauner, grüner, blauer, grauer und weinroter Farbe sein. Die zwei auf den Rock aufgesetzten Bänder stimmen mit der Farbe der Brustschnürung überein und heben sich farblich vom Rock ab. Statt des Hüftgürtels der Mädchen tragen die Frauen eine zum Rock farblich passende Schürze.

Die "Jungmädchen" setzen ein weißes, gerüschtes und zum Hinterkopf hin abgeflachtes Backenhäubchen auf. Es erinnert an die Bayreuther Haube. Die Mädchen schmücken ihren Kopf mit einem weißen Rüschenband. Zwei angesetzte Bändchen haben die Farbe der Brustschnürung. Die Frauen tragen nach wie vor die schwarze Bänderhaube.

 

 

 

Frau aus Bayreuth-Euben

(um 1916)

Frau aus Bayreuth-Heinersreuth

( um 1915 )

 

 

 

Brautpaar aus Bayreuth

( um 1934 )

"Edelweiß" - Hummelgruppe

Bayreuth

( um 1925 )

 

 

Bäuerin mit Bub aus dem

Bayreuther Umland

um die Jahrhundertwende

Tracht eines "Alt-Bayreuther" Paares,

wie sie um die Mitte

des 19. Jahrhunderts getragen wurde.

 

 

 

Heimat- und Trachtenverein "Alt Bayreuth" 1983

 


 

Heimat - und Volkstrachtenverein

Alt-Bayreuth


 

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