Bischofsgrün

(Oberfranken)


 

Aquarell um 1793

 

In Bischofsgrün läßt sich die Volkstracht bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen, nicht zuletzt durch sich im Privatbesitz befindliche Kleidungsstücke aus diesem Zeitraum.

Dem Aquarell um 1793 zufolge kleidete die Bauern der Gegend ein brauner oder blauer, kurzer Kittel. Unter ihm trug man eine rotbraune Weste. Als Arbeitskleidung haben Männer wahrscheinlich kurze Röcke getragen, da der lange Rock seine besondere Bedeutung als Sonn- und Feiertagsgewand besaß. Die Kniebundhose war aus naturfarbenem Bocksleder. Abgerundet wurde die Kleidung der Männer durch den Dreispitz, schwarze Halbschuhe und weiße Strickstrümpfe.

 

Die Bäuerinnen trugen blaue Wollstoffröcke, schwarze Mieder, rotbraune Schoßjacken und helle Schürzen. Das Kopftuch mit der darunter befindlichen Haube bildete die Kopfbedeckung.

 

 

 

Erneuerte Tracht aus Bischofsgrün

( um 1986 )

Das ehemals über das Häubchen gebundene schmale Kopftuch der Frauentracht wird nur noch angedeutet. Bei den Männern ist an die Stelle der ledernen eine schwarze Stoffkniebundhose getreten. Der lange braune Rock ist einer kurzen, gleichfarbenen Jacke, die einen grünen Schalkragen hat, gewichen. Die grüne Farbe wiederholt sich bei der einreihig zu knöpfenden Weste. Die Kniestrümpfe sind von blauer Farbe. Abgerundet wird die Tracht durch einen schwarzen Filzhut, der bis auf das Material nichts mehr mit dem früher getragenen Frankenhut gemein hat.

 


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