Gelderheim

(Unterfranken)


 

 

Alter kolorierter Stich
Geldersheimer Kommunionskinder

( 1908 )

Die Bauerntöchter tragen noch Tracht mit Myrtenkränzchen im Haar und Rosmarinzweig in der Hand.

 

 

Hochzeitspaar aus Gelderheim

( um 1938 )

Die Bräute gingen in dieser Zeit meist noch in Tracht zur Hochzeit

Es ist die Tracht des katholischen Schweinfurter Umlandes.

 

Männertracht:

Unterschiedlich trug an kürzere oder lange Röcke aus schwarzem oder grauem Wolltuch, ledige Burschen erkennt man an helleren, oft blauen Stoffen. Westen sieht man vorerst nicht und lederne Kniebundhosen lösen immer häufiger die hellen, leinenen ab. Schmuckhafte Zierde sind die Hosenträger, dazu die gestrickten, mit bunten Bändern festgehaltenen Strümpfen und Schnallenhalbschuhe. Im Lauf der Zeit werden fast ausschließlich schwarze, aus feinem Tuch geschneiderte Röcke getragen, mehr gefältelt als bislang und mit schwarzen Knöpfen besetzt. Nun taucht auch das Kamisol, eine Unterjacke, auf.

Dieses kurze Wams ist aus demselben Stoff wie der Rock. Die Hosenträger zieht man unter dem sogenannten Brustfleck an, sie verlieren im Lauf der Zeit an Bedeutung. Auch an den Strümpfen konnte ein Mädchen erkennen, ob ein Bursche noch zu haben war: Schwarz oder grau sind die Strümpfe der verheirateten Männer, hell- oder dunkelblau, höchstenfalls grau kleiden sich die Burschen.

Immer kräftiger leuchtet die Weste, der Brustfleck, in blauen, braunen, gräulichen oder gestreiften Tuchfarben heraus. Ein meist schwarzes, baumwollenes Halstuch ergänzt die Männertracht.

Um die Wende zum 19. Jahrhundert änderten sich einige Trachtenteile. Zum schwarzen, bzw. bei ledigen Burschen dunkelblauen, mit rotem Etamin gefütterten Rock trägt man lederne, mit aufgenähten Blumen bestickte enge Beinkleider. Die Hosenträger fallen weg, nun hält ein Ledergurt mit etlichen Messingschnallen die Kniehose. Neben den bereits beschriebenen dunklen Kniestrümpfen sieht man zur warmen Jahreszeit weiße Baumwollstrümpfe, und die ledernen Schuhe werden mit Blumenmustern und metallen Schnallen verziert. Immer mehr wird der Brustfleck betont: Am geblümten Damast erkennt man die Männer, während die Unverheirateten hell- bis dunkelrote scharlachfarbene, geblümte Damastwesten tragen.

Auch der Dreispitz, mit schwarzem Samt eingefaßt und silbernen Schnüren hochgezogen, und das schwarz-rot-gestreifte Halstuch werden genannt.


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